Gewusel im Gymnasium Francisceum: Zum Abschluss der diesjährigen Projektwoche präsentierten die Schüler gestern Vormittag die Resultate. Die große Überschrift aller Projekte lautete "Der Traum vom Fliegen".

Zerbst l Das Francisceum hat es mit Traditionen. Eine ist noch recht jung, zugleich sehr erfolgreich: Alljährlich bilden die Schüler der 5., 6., 8. und 10. Klassen Projektgruppen, um sich dann ein Schuljahr lang auf die Präsentation ihrer Themen vorzubereiten. Gestern war ein solcher Tag, und im Schulgebäude am Weinberg 1 konnte man sich wirklich umfassend zum "Traum vom Fliegen" informieren.

Im Alumnatskorridor zum Beispiel. Hier war, mit Videos und Lichtbildern unterstützt, ein 20 Minuten langer Flug über die Erde dargestellt. Eine der Stationen war selbstverständlich Südamerika und dort die brasilianischen WM-Fußballstadien. Über Nordamerika nach Afrika, nach Australien und so weiter - die Schüler hatten sich teils den Kontinenten entsprechend kostümiert, hatten typische Gebrauchsgegenstände oder Musikinstrumente der Nationen dabei.

So und ähnlich verlief die Präsentation an vielen Stellen im Haus. Wer nicht eingebunden war, schaute sich die Darstellungen der Mitschüler an. Oder ließ sich plötzlich von Papierfliegern umschwirren, die eine der Gruppen sorgsam gefaltet und mit Lebenswünschen beschriftet hatte.

"Das hatten wir im vorigen Jahr auf dem Flugplatz gemacht", erinnert sich Schulleiter Hans-Henning Messer. "Da merkt man den Unterschied: Ob es wie im Freien irgendeine Art Thermik gibt oder ob die Luft steht wie in einem Gebäude."

Zahlreiche naturwissenschaftliche, aber auch kulturelle oder soziale Aspekte des Fliegens wurden beleuchtet. "Es gab dieses Mal 13 Projektgruppen, in denen zwischen 15 und 40 Schüler mitarbeiteten", informierte der Schulleiter. Zahlreiche Aspekte wirken mehrfach - die Interpretation und Beleuchtung des Aspektes "Was Flügel verleiht" beispielsweise. Es gab Darstellungen der Planeten unseres Sonnesystems und ihre Wechselwirkungen zueinander genauso wie Darstellungen zum Kristallwachstum - manches mit Modellen, anderes an Schautafeln, interaktiven Tafeln oder gar per Beamer an der Leinwand. Krönender Abschluss war ,wie in Vorjahren auch, die Aufführung eines Theaterstückes.

Der gestrigen Präsentation voraus ging eine Projektwoche. Sie wurde genutzt, um die Präsentation vorzubereiten, vielfach aber auch für Ausflüge und Exkursionen. So besuchten die Gymnasiasten beispielsweise das Technikmuseum "Hugo Junkers" in Dessau, andere kamen sogar begeistert von einem Besuch des Flughafens Leipzig/Halle zurück. "Dort muss es besonders gut gewesen sein", erzählte Messer von Schülerreaktionen. Denn die Schüler kamen ganz dicht an große Flugzeuge heran, erfuhren viel vom Ablauf auf dem Flughafen. Eine andere Gruppe besuchte den Jahrtausendturm auf dem Madeburger Buga-Gelände, der zahlreiche Exponate zum Thema Fliegen bereithält. Wieder andere blieben in Zerbst, besuchten beispielsweise den Zerbster Wasserturm oder auch den Kletterwald, der zeitgleich in St. Trinitatis aufgebaut war.

Am Ende des Tages kann die Schule stolz auf sich sein: Das große Thema wurde neu beleuchtet, die Schüler lernten wie nebenbei ernsthafte wissenschaftliche Recherche und die Aufbereitung des erworbenen Wissens.