Der vom Kochverein Anhalt-Dessau initiierte Wettbewerb um das "Regionalgericht Anhalt" ging 2014 in die zweite Runde.

Dessau-Roßlau l Der Aufruf war an die Restaurants der Region gerichtet, mit einheimischen Zutaten ein traditionsträchtiges Hauptgericht zu kreieren. "Wir sind der Auffassung, dass der Tourist, aber auch der Einheimische nach ehrlichen Produkten aus der Region suchen und auch nach Gerichten, die auch noch nicht so bekannt sind, die er so zu Hause auch nicht zubereitet", begründet Thomas Wolffgang, Vorsitzender des Kochvereins, dieses Anliegen.

Nachdem 2013 das Restaurant "Altes Theater" Dessau das Siegergericht erfunden und in sein Speisenangebot aufgenommen hat, gewann in diesem Jahr das Dessauer "Radisson Blu Fürst Leopold Hotel" den Wettbewerb. Küchenchef Michael Ziehman brachte die "Roulade von Loburger Duroc `Fürst Leopold`" auf den Tisch. Bedingung war, dass bei einer Wettbewerbsteilnahme Fleisch vom Duroc-Schwein aus Loburg und Ziegenfrischkäse aus Lindau zu verwenden waren (die Volksstimme berichtete). Und, so wurde Thomas Wolffgang vom Radisson Blu informiert, "dieses Essen geht bei den Gästen besonders gut".

Unter den eingereichten Wettbewerbs-Gerichten 2014, so der Kochvereins-Vorsitzende, war auch eine kulinarische Lösung, die den Passus "Hauptgericht" zwar streng genommen nicht erfülle, jedoch eine "moderne innovative Speisekreation" darstelle. Dazu haben sich der Koch Nico Weiland und Jörg Folder, Geschäftsführer des vorjährigen Siegers, Restaurant "Altes Theater" Dessau, "zusammengesetzt" und ein Gericht "mit dem Geist des Dessauer Bauhauses" entwickelt - natürlich mit Duroc-Schwein und Ziegenfrischkäse.

Das gefiel sowohl dem Kochverein wie ebenso dem Bauhaus, die am Donnerstag in persona von Thomas Wolffgang und dem stellvertretenden Bauhausdirektor Florian Bolenius, an Nico Weiland vom Restaurant "Altes Theater" für das schöpferische Engagement einen Sonderpreis übergaben.

Die auf einer Schiefertafel angerichtete Speise hat ihren Namen vom zentralen Bauhaus-Leitsatz "form follows function" (Form folgt Funktion), ergänzt mit "der Bauhaus-Tapas-Teller".

Im Detail sind es "in Ingwer und Honig mariniertes geräuchertes Duroc-Schwein, Ziegenfrischkäse-Oliven-Praline an Paprika-Kerbel-Schaum und Safran-Polenta-Plätzchen mir Parmesan-Cracker und confierter Tomate". Drei verschiedene Tapas werden in den drei geometrischen Grundformen Kreis, Quadrat und Dreieck angerichtet und mundgerecht präsentiert. Das Gericht fühle sich dem Bauhaus-Leitsatz verpflichtet, spiele aber auch ironisch damit, heißt es in der Erklärung. "Bauhaus trifft auf Mittelmeer, Geometrie auf Gastronomie, Form auf Funktionen...".

Der Dessauer Oberbürgermeister Peter Kuras hob bei der Übergabe des Sonderpreises hervor, dass er "es klasse findet", Regionalität in die Gaststätten zu bringen, ganz im Gegensatz zu dem national und auch international spürbaren Trend der Vereinheitlichung der Speisenangebote. Und jeder, der sich noch mit Pfiff und mit Charme etwas Neues ausdenke und zudem auf Produkte der Region zurückgreife, sei besonders herauszuheben. "Ich glaube, das hat Zukunft", fügt Kuras dann noch an.