Seit Jahren veröffentlicht die Zerbster Volksstimme Aufnahmen von Traumhochzeiten ihrer Leser. Meist werden Fotografen engagiert, um den "wichtigsten Moment im Leben" wirklich gekonnt festzuhalten. Ein Blick über die Schultern von drei Zerbster Fotografen.

Zerbst l Zu DDR-Zeiten war das Heiraten in jungen Jahren absolut angesagt. Zuweilen spielten auch ganz praktische Erwägungen eine Rolle: Wer eine Wohnung bekommen wollte oder staatliche Zuschüsse und Jungehenkreditv, musste jung verheiratet sein. Die Eheschließungen wurden häufig mit privaten Fotoapparaten festgehalten, für "das Foto" besuchte das Brautpaar ein Fotoatelier. Häufig entstanden die Bilder fürs Familienalbum in Schwarzweiß. 1990 war damit Schluss, die Paare leben auch ohne Trauschein als Paar. Fotos entstanden bei familiären Anlässen, ein weißes Brautkleid findet sich in solchen Alben nicht.

In jüngerer Vergangenheit wird wieder häufiger geheiratet. Zumindest zwischen Mai und Oktober verstärkt sich dieser Eindruck, denn das sind die klassischen Hochzeitsmonate. Zum Hochzeitsaufwand gehört in der Regel ein professioneller Fotograf. Zwar sind heutige Digitalkameras durchaus in der Lage, die Standard-Situationen ordentlich belichtet und scharf aufzunehmen. Doch die Ehe von heute sucht nach einem speziellen Rahmen fürs Hochzeitsfoto.

Den sollen die Profis anbieten. "Hochzeiten sind ein wichtiger Teil meiner Arbeit", sagt Fotograf Lars-Guido Schlegel, Inhaber des gleichnamigen Fotostudios. Er befasst sich intensiv mit den Brautleuten, bedenkt beispielsweise die körperlichen Umstände sehr genau. "Die Hochzeitspaare von heute sind seltener ganz jung. Meist sind meine Kunden jenseits der 30, manche längst über 60. Da sollte man besser davon absehen, den Bräutigam für die Foto-Szene auf die Knie fallen zu lassen." Schlegel berät die Paare vorab intensiv. "Die Paare sind für Ideen sehr aufgeschlossen, aber sie mögen keine zu ausgefallenen Sachen. Und natürlich freue ich mich, wenn das Paar selbst Ideen mitbringt, deren Ausgestaltung wir dann gemeinsam besprechen." Heraus kommen dann Shootings wie beispielsweise an einem 28. Dezember, als Schlegel eigens nach Helgoland reiste, um das Paar am Strand zu fotografieren. "Jede Hochzeit ist einzigartig. Fotografieren lebt von einer Beziehung zwischen den Menschen vor und hinter der Kamera. Und ich habe stets großen Respekt vor den Paaren, denn sie lassen mich an einem ihrer großartigsten Momente teilhaben. Diese Intimität ist zu bewahren." Was Schlegel auch mit den Fotos praktiziert: Sie bleiben meist unbearbeitet. "Die Szene, wie sie ist - so ist es meinen Kunden am liebsten."

Das sieht Martin Janne, Inhaber von Foto-Royal, im Grunde ähnlich. Seine Hochzeitsfoto-Serien spielen allerdings einem jüngeren Kundenkreis in die Hände. Auf Wunsch werden Aufnahmen digital bearbeitet, werden fremde und dennoch passende Elemente in die Aufnahmen eingebaut, werden witzige oder stimmungsvolle, auf jeden Fall ungewöhnliche Accessoires verwendet, die dem Hochzeitsfoto zusätzliche Individualität verleihen.

Auch Janne war schon an verschiedensten Örtlichkeiten engagiert. Es gab Regenfotoserien, ein anderes Mal musste wegen der Witterung schleunigst umgebaut werden, als die Brautleute vors Standesamt traten.

"Sandra König Photographie" ist seit April in Zerbst etabliert. Frau König beschreibt ihre Art der Fotografie als "verträumt und liebevoll". Sie taucht die Hochzeitspaare in ganz weiche, warme Farben, garniert mit herzallerliebsten Accessoires. Meist entstehen ihre Hochzeitsfotoserien im Freien - an Orten, die die Paare bestimmen wie beispielsweise an der Elbe. Bis jetzt hatte sie stets Glück mit der Witterung.

Bei diesen drei Fotografen sowie in den Standesämtern der Stadt Zerbst liegen Coupons für die Teilnahme an der Volksstimme-Aktion "Traumhochzeit" aus. Neben wenigen Angaben ist lediglich ein Foto der eigenen Wahl nötig, um zum Kreis der Paare zu gehören, unter denen die Volksstimme einen Preis verlost.

 

Bilder