Einen besonderen Tag erlebten gestern die 18 Kinder der Kindertagestätte (Kita) "Ladeburger Spatzen", ihre drei Erzieherinnen und ihre Wirtschaftskraft. Es kamen viele Gäste. Anlass war die Übernahme der bisher kommunalen Kita in die Trägerschaft der Johanniter-Unfall-Hilfe. Startschuss war eigentlich schon am 1. Januar.

Ladeburg. "Es ist richtig, dass auch in solchen ländlichen Regionen solche kleinen Einrichtungen ihre Daseinsberechtigung haben müssen", erklärte Wolfgang Rauls (FDP), Bürgermeister der Einheitsgemeinde Gommern. So hatte sich die Suche des Ortschaftsrates mit dem Ortsbürgermeister Manfred Marwitz an der Spitze nach einem freien Träger gelohnt. Es bot sich an, die Johanniter anzusprechen, da sie in Leitzkau die Kita betreiben. Nun befinden sich in der Einheitsgemeinde sechs Kindereinrichtungen in freier und noch zwei (in Nedlitz und in Wahlitz) in kommunaler Trägerschaft.

"Wir haben in allen unseren Kitas der Einheitsgemeinde zurzeit 670 Kinder – mit nur wenig Platzreserven. Das ist ein recht hoher Anteil und vielerorts nicht üblich", so Rauls, der sich eine gute Zusammenarbeit und gute Bedingungen für die Kinder, Erzieher und Eltern, wie sie es auch aus Leitzkau gewohnt sind, wünscht und mit diesen Worten diese Einrichtung übergab.

"Ich übernehme sie sehr gern", antwortete Reinhard Doberenz, Johanniter-Regionalvorstand Magdeburg/Altmark/Börde/Harz. "Damit sind Sie aufgenommen in die große Johanniter-Familie, die bereits aus 35 Einrichtungen mit 250 Erzieherinnen und gefüllt mit 2600 Kindern im Zuständigkeitsbereich besteht", begrüßte er die Neuen. "Wenn dies alles auch so harmonisch weitergeht, wie im Vorfeld die Übernahme-Vorbereitungen mit der Kommune, mit den Bürgermeistern und den Abstimmungen in den Verwaltungen samt Vertragsgestaltung in einer angenehmen Atmosphäre, dann braucht keiner Angst zu haben."

"Der Rock der Kommune war für das Personal eng, aber warm. Jetzt wissen die wechselnden Mitarbeiter nicht, wie die Zukunft aussehen wird. Ich möchte Ihnen Mut machen und Sie beruhigen. Wir sind ein starker Träger und sind uns der Verpflichtung bewusst", erklärte Hubertus Graf von der Schulenberg, ehrenamtlicher Landesvorstand der Johanniter- Unfallhilfe Sachsen und Thüringen. Er teile die Freude über den Schritt, zeigte aber auch Verständnis für Ängste. Gleichzeitig bot er sich den neuen Mitarbeitern an, sich mit ihm zu einem kleinen Infogespräch zusammenzufinden, um über die Johanniter zu referieren, um sich kennenzulernen und vielleicht noch vorhandene Ängste zu nehmen. "Der Name Unfallhilfe hat sich mehr in die zweite Reihe gestellt. Wir sind vornehmlich in den Kinderbereich gewechselt, weil wir denken, auf diesem Gebiet viel leisten zu können."

Andachtsworte sprach die Leitzkauer Pfarrerin Benita Arnold, die diese Einrichtung für besonders wichtig für diese dörfliche Region hält. "Als Kirchengemeinde freuen wir uns, dass die Johanniter als christlicher Orden diese Einrichtung übernommen hat und sich auch dafür einsetzt, christliche Werte zu vermitteln."

Die Leitzkauer Johanniter-Kita-Leiterin Ute Lehmann lobte ihren Arbeitgeber, der seit 1998 zuständig ist: "Man hat mit den Johannitern immer Ansprechpartner, ist hier gut aufgehoben und wird von allen Seiten rundum betreut." Die Zusammenarbeit mit der Leitzkauer Kita besteht schon lange. Auch in Ladeburg gab es im Vorfeld Gespräche, Infos und Zusammenkünfte mit den Eltern, um auch ihnen Vorurteile zu nehmen.

Nun folgte der Höhepunkt: Vor der Einrichtung warteten alle gespannt auf die Aufstellung der wehenden Johanniter-Fahne. "Da wo Ihr sie ab sofort wehen seht, ist Eure Einrichtung", meinte Reinhard Doberenz zu den Kindern.

Die Tafel an der Hauswand enthüllten Laura und Moritz, die beiden zukünftigen Schulkinder, bevor alle mit einem Glas Sekt bzw. Saft anstießen. Die Kita wird von Nicole Milas geleitet. Die Einrichtung ist gut ausgelastet. Gerade zwei Plätze sind aktuell frei.