Mit Frank Straube als Präsident geht der Rotary Club Zerbst in sein 21. Jahr. Die Vorausschau auf Aufgaben und Anliegen ist umfangreich.

Zerbst l Zum "rotarischen Stichtag" am 1. Juli hat Frank Straube, 47-jähriger Familienvater, der beruflich als Vorsitzender Richter am Landgericht in Dessau tätig ist, das Amt übernommen.

Seine Vorgängerin Hannelore Seidler, erste Präsidentin in der Geschichte der Zerbster Rotarier, blickt zurück auf ein "alles in allem wunderschönes Jahr, an das ich sehr gern zurückdenke". Da seien die normalen Meetings und die Höhepunkte gewesen, die sich im Jahr ergeben. Besonders war jedoch das 20-jährige Club-Jubiläum, das vorzubereiten war und "parallel zur eigentlichen Amtstätigkeit natürlich für mehr Arbeit sorgte".

Hannelore Seidler freut sich jedoch, für ihr Präsidentinnen-Jahr einen "Supervorstand" gehabt zu haben, der ihr zur Seite stand, wie die speziell für die Jubiläumsfeierlichkeiten aktive kleine Organisationsgruppe.

Durch die Festveranstaltung im Juni im Schloss (die Volksstimme berichtete) führte sie gemeinsam mit Frank Straube. "Wir sind sehr überrascht und erfreut über das Spendenaufkommen zu diesem Anlass", blickt er auf einen weiteren Aspekt des Tages zurück. Die Spenden soll demnächst an den Förderverein Schloss Zerbst übergeben werden, für den sie von Anfang an gedacht waren.

In ihrem Rückblick hebt Hannelore Seidler auch die Radsternfahrt des Governors des Distriktes 1800 hervor, zu dem der Zerbster Club gehört. Anliegen war der Kampf gegen Polio. Zu den Teilnehmern gehörten Frank Straube und der bei den Zerbstern unter anderem für die Öffentlichkeitsarbeit zuständige Klaus Partheil.

Lernpatenschaften und Pflegeaktionen fortsetzen

"Der Einsatz für die Polio-Bekämpfung ist eines von den dauernden Projekten von Rotary International", so Klaus Partheil. Erlöse des Kuchenverkaufs beim Spargelfest stellen die Rotarier in jedem Jahr dafür zur Verfügung. "Und das wird uns sicher noch einige Jahre begleiten. Nicht zuletzt, wenn man hört, dass die Krankheit jetzt in einigen Ländern auch wieder ausgebrochen ist", sagt Präsident Straube.

Zur Vorausschau auf seine Amtszeit gehört, dass "wir sicher unsere traditionellen Gemeindienstprojekte fortsetzen werden". Darunter sind Pflegeaktionen, wie an den von den Rotariern bepflanzten Flächen am Breitestraßentor und am Corthumsweg im Schlossgarten.

Lokale, soziale Projekte sind weiterhin Anliegen der Rotarier. "Da werden wir sicher auch ein bisschen abwarten, was das Jahr bringt. Erfahrungsgemäß gibt es da immer auch kurzfristigen anlassbezogenen Bedarf", nennt Frank Straube als Beispiele aus den vergangenen Jahren die Hilfe für Hochwasseropfer oder für die von der Hausexplosion in der Haselopstraße betroffene Familie von Club-Mitglied Anja Schlegel. Aus dem Glühweinverkauf zum Weihnachtsmarkt hat der Rotary-Club ebenfalls schon immer sozialbedürftige Familien unterstützt. "Es ist denkbar, dass wir das nach einer Pause wieder aufrufen." Fortgesetzt wird der Beitrag zum Projekt der Lernpatenschaften an der Ganztagsschule Ciervisti. Hier würden jetzt zwei der so genannten "Schüler-Lehrer" verabschiedet, die die 10. Klasse beenden. Aber sowohl da gebe es schon Nachfolger wie auch schon wieder Bedarf bei Schüler-Schülern da sei.

Vergangene Woche wurde erneut der Rotary-Sonderpreis am Francisceum vergeben, der außerordentliche schulische Leistungen in Verbindung mit einem Engagement für die positive Außenwirkung der Schule würdigt. Er ging an den Neuntklässler Nils Benkwitz.

"Wir werden im Jugenddienst den internationalen Schüleraustausch fortsetzen", ergänzt Klaus Partheil. Anfang September wird ein junger Ecuadorianer erwartet. Charlotte Schreck geht in die USA und wird die zwölfte Teilnehmerin sein, die die Zerbster seit Mitte der 1990er Jahre in die Welt schicken.

Weihnachtsmarkt in St. Bartholomäi etablieren

Jedes rotarische Jahr hat ein spezielles, vom Weltpräsidenten kreiertes Motto. Das aktuelle heißt: "Lass Rotary leuchten!" Für Frank Straube bedeutet das, "uns mit unseren bescheidenen Möglichkeiten auf lokaler Ebene zu engagieren. Dazu gehört auch, unseren Bekanntheitsgrad vielleicht noch in der Öffentlichkeit zu steigern, Berührungsängste, Skepsis abzubauen, die es hier und da vielleicht doch noch gibt".

Vorhaben sei ebenso, etwas für die Mitgliederentwicklung zu tun. Es sei rotarisches Anliegen, erklärt der neue Club-Präsident, "dass in jedem Club eine möglichst breite Palette an Berufsklassifikationen vertreten ist. Da haben wir einige Lücken. Und gibt von Rotary International den dringenden Appell, die Clubs zu verjüngen. Wir halten auch da behutsam nach neuen Mitgliedern Ausschau".

Was dem Zerbster Club nicht zuletzt am Herzen liegt, ist der Weihnachtsmarkt. Einige Rotarier sind - wie ebenso Mitgliedes des Lions Clubs - im vergangenen Jahr gegründeten Weihnachtsmarkt-Verein engagiert. "Wir hoffen, dass der Weihnachtsmarkt sich an seinem neuen Standort in der Bartholomäikirche etablieren kann", sagt Frank Straube. Dass die Veranstaltung nach derzeitigen Planungen seit langer Zeit wieder über zwei Wochenenden gehen soll, "ist auch für uns eine neue Herausforderung". Für die Vereinsmitglieder, aber genauso zur Absicherung des Standdienstes. Den haben sie ebenfalls wieder für den Leitzkauer Adventsmarkt geplant. Erlöse aus dem Glühweinverkauf hier wie da sind für soziale Projekte.

"Inzwischen", so Klaus Partheil, "geht unser Engagement noch darüber hinaus. Wir wollen Zerbst einen Weihnachtsmarkt erhalten, und zwar einen, der möglichst anspruchsvoll ist".

2008 eingetreten, ist Frank Straube einer von der Zeit her Jüngsten im derzeit 31 Mitglieder zählenden Rotary Club Zerbst. "Schon dehalb habe ich Respekt vor dem Präsidentenamt und vor allem Dingen auch davor, dies mit dem Familienleben und gut ausgefüllter beruflicher Tätigkeit in Einklang zu bringen", gesteht er. Eines weiß er jedoch auch - den Zerbst Club zeichnet aus, dass es für viele Aktivitäten eine ganz besondere Gemeinsamkeit gibt.