Jedes Jahr im Sommer wird es international auf dem Jugendbauernhof in Deetz. Drei dreiwöchige Workcamps werden auch in diesem Jahr durchgeführt. Die jungen Leute aus Europa und anderen Ländern der Welt sammeln hier ganz viele Erfahrungen bei der gemeinsamen Arbeit und im Zusammenleben.

Deetz l Zwölf junge Leute zählte die erste Gruppe, die in diesem Jahr zum Workcamp auf dem Europa-Jugendbauernhof in Deetz weilte. Aus Island, Irland, Frankreich, Mexiko, Italien, Taiwan, Russland, Spanien, der Tschechischen Republik und Hongkong kamen die überwiegend Studenten.

Das erste von den drei Workcamps des Sommers lief über den Verein Junger Freiwilliger in Berlin. Der Geschichtsstudent Thorgeir Thorsteinsson aus Island war als Campleiter eingesetzt. Dafür hatte er eigens ein Seminar besucht, erzählte der 22-Jährige. Als Campleiter unterstützt er die Gruppe bei der Gestaltung des Zusammenlebens. Selbst das erste Mal in Deutschland fand er es ganz schön auf einem deutschen Bauernhof zu sein.

Neben der gemeinsamen Arbeit wird auch die Freizeit gemeinsam gestaltet. Da gibt es zum einen genug Beschäftigungsmöglichkeiten auf dem Bauernhof. Zum anderen werden Ausflüge nach Magdeburg, Leipzig oder Berlin organisiert. Was solche workcamps ausmacht, ist, dass Menschen verschiedener Nationalitäten, Kulturen und Religionen aufeinandertreffen. Es geht um das Miteinander, Toleranz und Völkerverständigung. Der Erlebnisfaktor für die jungen Leute ist meist recht hoch, die Erfahrungen sind einmalig.

Für die meisten Teilnehmer in Deetz war es das erste Workcamp. Neue Leute kennenzulernen und Sprache zu praktizieren, waren als die häufigsten Beweggründe für eine Campteilnahme zu hören. Die Arbeit auf dem Jugendbauernhof war ebenso neu für viele. Landwirtschaftliche Tätigkeiten wie das Heumachen oder Gartenarbeit gehörten genauso dazu, wie das Reparieren von Zäunen, das Reinigen der Stallungen oder Arbeiten im Haus und auf dem Hof. Von neun bis 16 Uhr dauert der Arbeitstag der Workcamper. Vom Leiter des Jugendbauernhofes und den Mitarbeitern gibt es entsprechende Anleitung und Unterstützung. Inzwischen ist die erste Gruppe längst wieder zu Hause, und die nächsten Gäste sind im Einsatz. Genug Berührungsmöglichkeiten gibt es immer auch mit anderen Hofbesuchern, den Leuten aus dem Dorf oder den Kindern, die zur Ferienfreizeit oder zu Reiterferien auf den Europa-Jugendbauernhof kommen.