Eine radwegetechnische Erschließung wünschen sich einige Nedlitzer. Doch ein Ausbau ist derzeit nicht vorgesehen.

Nedlitz l Radfahren hält fit und erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Da werden Radwege gebaut, neue Routen ausgeschildert und ländliche Wege asphaltiert, die sich hervorragend mit dem Rad befahren lassen. Nur Nedlitz ist irgendwie außen vor, was den Anschluss betrifft. Seit Jahren brennt Ingeborg Böhlert dieses Problem unter den Nägeln. Und nicht nur sie wünscht sich bessere Radfahrmöglichkeiten aus ihrem Ort heraus. Noch eine ganze Reihe Nedlitzer würde sich freuen, wenn sich etwas tut.

Für Ingeborg Böhlert sind es mehrere Schwerpunkte, wo Handlungsbedarf bestehen würde. Da geht es zum einen um den Rosianer Weg. Gleich hinterm Kindergarten scheint die Obstbaumallee noch ganz gut befahrbar, aber ab dem Waldrand sieht der Zustand schlecht aus. Die Löcher müssten dringend aufgefüllt werden. Eigentlich als "Tourismuspfad" ausgeschildert, wollten da zuletzt Biker versuchen, die Straßensperrung nach Schweinitz zu umgehen. Als bessere Lösung könnte sich Ingeborg Böhlert hier Spurbahnplatten vorstellen.

Auch nach Lietzo führt kein fertiger Weg, und nach Deetz ist die rechte Fahrbahnseite der Kreisstraße ein Sommerweg, der immer wieder mit Split aufgefüllt wird. Das Geld hätte man lieber in eine dauerhafte Lösung investieren sollen ... In der Richtung nach Reuden können die Radfahrer auch nur die B 246 nutzen, wo sie dem Verkehr ausgesetzt sind.

Ortsbürgermeister Mario Buge sind die Sachverhalte bekannt. In Sachen ländlicher Wegebau kann er nur auf verpasste Termine in der Zeit vor ihm und auf die aktuelle Satzung verweisen. Einen Teil der Ausbaukosten müssten die Anlieger tragen. Ob die das wollen, ist fraglich. Buge selbst ist kein Verfechter von vielen asphaltierten Feldwegen ringsum - "je schöner die Straße, umso mehr Fahrzeuge." Ansonsten stehe ein Wegebau erst zur Diskussion, wenn die Ortschaft wieder zu Geld gekommen ist.

Das Radwege nach Nedlitz nicht erschlossen werden, liegt wohl auch daran, dass Nedlitz keine touristische Attraktion zu bieten hat. Auf Nachfrage der Volksstimme gibt es auch aus der Stadtverwaltung keine hoffnungsvolle Antwort: "Ein Radwegeausbau in diesem Bereich ist mittelfristig nicht in der Finanzplanung. Für die uns zur Verfügung stehenden Mittel sind andere Prioritäten gesetzt. Zudem würden wir solche Maßnahmen gegebenenfalls im Zusammenhang mit Bauvorhaben der jeweiligen Straßenbaulastträger umsetzen. Hier sind aber derzeit auch keine Planungen bekannt."

Alles eine Frage des Geldes also. Zumindest einige Bürger bringen Verständnis dafür auf. Schließlich wurde in den vergangenen Jahren schon jede Menge für den Radtourismus in der Region getan und investiert - außer eben in Nedlitz.