Im Flugmodellsport treffen Jung und Alt aufeinander, tauschen Erfahrungen aus.

Steutz l Historisch gesehen, ist der Modellflug älter als die personentragende Luftfahrt. Das Bauen von Flugmodellen als Hobby kam schon vor dem Ersten Weltkrieg auf. Vor 50 Jahren wurde in Zerbst die Arbeitsgemeinschaft Flugmodellbau ins Leben gerufen, aus der der heutige Verein Flugmodellsport- und Freizeitclub Zerbst erwuchs, der alljährlich die Flugmodelltage in Steutz organisiert.

Alte Zeiten lassen auch die Teilnehmer am Traditions-treffen zum Auftakt der Flugmodelltage in Steutz gerne aufleben. Im Landjugendheim des Albert-Schweitzer-Familienwerkes, wo die Flugmodellsportler beste Bedingungen haben, befinden sich Generationen im Erfahrungsaustausch. Die Senioren fachsimpeln mit den jungen Leuten, die Erwachsenen leiten die Kinder an. Zum Treff der Generationen war auch Günter Moegelin aus Zossen (Brandenburg) gekommen. Seit 1952 beschäftigt er sich mit dem Flugmodellbau, konstruierte und entwickelte Baupläne. Der Bauplan seines Zef, 1956/57 konstruiert und zum DDR-Meistertitel geflogen, wurde 1960 veröffentlicht und war für andere Modellbauer zugänglich. "Die Zerbster Modellbauer bauten einige davon 1964/65", so der Vorsitzende des Flugmodellsport- und Freizeitclubs Wolfgang Albert. 1996 war sein Flieger bei der Modellbau- messe in Leipzig ausgestellt. Günter Moegelin erkundigte sich nach dem Besitzer und so entstand der Kontakt nach Zerbst. Fast jedes Jahr ist Moegelin nun in Steutz mit dabei. Er ist ein Vertreter der Generation, die aus Holz baute.

"Ich habe in den 70-er Jahren auch mit einfachen Holzmodellen angefangen", erzählte Thomas Weimer aus Falkensee bei Berlin. Er hatte in Steutz das aktuellste mit, was es derzeit im Flugmodellsport gibt. Eine F1A-Klasse, alles aus Kohlefaser, bei gleicher Größe und Gewicht weitaus belastbarer, formstabiler und leistungsfähiger als die Holzmodelle. Die Steuerung ist voll elektronisch - ein Hi-Tech-Modell, mit Suchsender ausgestattet, per Smartphone programmierbar. "Es macht Spaß, richtig Leistung zu fliegen", so der Lehrer, der die Sommerferien nutzt, um im In- und Ausland zu Wettbewerben unterwegs zu sein.