Der Raketenabend des Heimatfestes kann von der Tribüne aus bewundert werden. Die Abnahme erfolgte gestern und damit verschwanden auch die Bauzäune.

Zerbst l Was lange währt, wird gut. Das trifft nun auch auf die Zerbster Tribüne zu, die nach langen Debatten nun abgenommen wurde.

"Im Großen und Ganzen ist die Anlage in Ordnung", begann Landschaftsplaner Uwe Merz seine Aufführung zur Abnahme. Allerdings sei der Rasen noch nicht zufriedenstellend dicht gewachsen. Zudem zeigen sich minimale Ansätze von Erosion an vereinzelten Stellen. Insbesondere an den recht spät gesetzten Geländerpfosten entlang der drei Bermen muss wohl noch einmal nachgearbeitet und Rasen gesät werden. Dort steht derzeit das Wasser. "Die Geländer und die Betonelemente sind ebenfalls in Ordnung", fügte Merz hinzu.

Größter Diskussionsbedarf bestand in der aktuellen Lösung der Mauerabdeckung im Bereich des Corps de logis. Die dort freigelegten Mauerreste (wir berichteten) sind mittlerweile mit einer Bleiabdeckung zum Schutz gegen Witterungseinflüsse versehen worden. Dazu ist auf die oberste Mauerschicht eine Betonergänzung vorgenommen worden, die die Bleiabdeckung trägt. Uwe Merz merkte nun an, dass die Lösung "laienhaft" sei, da an jenen Stellen, an denen der genutzte Beton in den Putz übergeht, langfristig Schäden auftreten könnten.

Willi Neckmann, Geschäftsführer der ausführenden Baufirma Zetieba, fragte nach, wie denn die Lösung aussehen solle. Die gewünschte Bleiabdeckung ohne Beton würde nicht halten. Nach Absprache mit einem Vertreter der Unteren Denkmalschutzbehörde hat man sich nun geeinigt, den sichtbaren Beton farblich dem Putz anzupassen.

Ein weiteres Problem ist zudem, dass aufgrund des fehlenden Rasens Regenwasser die Böschung oberhalb der freigelegten Mauerreste hinunterläuft und in den Fensternischen zwischen den Elementen versickert. Das verschmutzt zum einen den dort noch vorhandenen Putz, zum anderen trifft die Nässe direkt den Putz und das Mauerwerk. Auch hier muss eine Lösung gefunden werden.

Die Idee einer Ankantung wurde recht schnell verworfen, da wahrscheinlich vom Denkmalschutz nicht zugelassen. Bürgermeister Andreas Dittmann regte eine "Sperrschicht" an. Der Einbau einer Noppenbahn ist problemlos möglich und wäre zudem eine kostengünstige Lösung.

Vereinzelte Nacharbeiten werden spätestens nach dem Heimatfest vorgenommen. Nach der im Zuge der Abnahme erfolgten Freigabe der Tribüne ist der am Faschweg bislang vorhandene Bauzaun noch am Mittwoch abgebaut worden. Mitarbeiter des Bauhofes werden jedoch für die Zeit des Heimatfestes eine Absperrung rund um den frisch gesäten Boden vor den Mauerresten vornehmen. Des Weiteren ist auch der Rasen an der Böschung entlang des Westflügelweges noch nicht flächendeckend angewachsen.