Zerbst l Seit geraumer Zeit klagen Anwohner der Zerbster Bahnhofstraße über Lärmbelästigungen und Erschütterungen. Die Ursache sehen sie in den 2011/12 erfolgten Schachtungen. Die alten Trinkwasser-Bleileitungen wurden damals durch neue ersetzt. Dies bescherte eine Menge so genannter "Kopflöcher", zwischen denen die Tiefbauer die Leitungen unter der Fahrbahn verlegten. Zwar wurden die Löcher wieder verschlossen, eine dauerhafte Lösung stellte dies allerdings nicht dar, wie die wenig später zu Tage tretenden Schäden bewiesen.

Mit den Folgen müssen die Anwohner seither leben. Sie schildern den Krach, den Lkw verursachen, wenn sie über die Senken und Dellen fahren - und das wohl mit mehr als den erlaubten 30 km/h, wie Bürger berichten. Für sie stellt sich eine dringende Frage:

Wann tut sich hier endlich etwas? Immerhin wurde bereits im April ein Vor-Ort-Termin angekündigt, um die Situation in der Bahnhofstraße genau in Augenschein zu nehmen. Da es sich hier mit der B 187a um eine Bundesstraße handelt, ist die Landesstraßenbaubehörde zuständig.

Auf Volksstimme-Nachfrage hieß es nun aus dem Regionalbereich Ost, dass am 23. Juli besagter Besichtigungstermin stattfand. Es erfolgte eine Begutachtung der vorhandenen Schadensbilder. Zugleich wurden verschiedene Varianten zur Beseitigung diskutiert. "Gegenwärtig werden die schadhaften Bereiche aufgemessen und ein Leistungsverzeichnis wird erarbeitet", informiert Regionalbereichsleiter Oliver Grafe.

Wie er ausführt, ist geplant, die vorhandene Asphaltdeckschicht ab- beziehungsweise anzufräsen und eine neue Deckschicht als Dünnschicht-Heiß-Belag über den gesamten Fahrbahnbereich einzubauen."Die zur Beseitigung erforderlichen Arbeiten und insbesondere der zeitliche Umfang für die Durchführung werden zur Zeit berechnet, anschließend wird ein Ablaufplan für die Bauarbeiten erstellt", führt Grafe aus. Die genaue Terminkette werde der Stadt Zerbst rechtzeitig mitgeteilt.

Beschränkungen für Lkw derzeit nicht erforderlich

"Unabhängig hiervon müssen mit der Straßenverkehrsbehörde des Landkreises Anhalt-Bitterfeld und der Polizei sowie anderen Trägern öffentlicher Belange noch Abstimmungsgespräche durchgeführt werden", erläutert er.

Von einem Anwohner kam ebenfalls die Anregung, die Bahnhofstraße nur für den Zuliefererverkehr freizugeben und andere Lkw umzuleiten. Hinsichtlich einer solchen Beschränkung teilt der Straßenbaulastträger mit, "dass eine Bundesstraße grundsätzlich der Aufnahme des Durchgangsverkehrs zu dienen hat". Aus baulicher Sicht und der Verbindungsfunktion der B 187a im übergeordneten Straßennetz sind nach seinem Standpunkt gegenwärtig keine Beschränkungen erforderlich.

Bezüglich des Vorschlags, die für Lkw geltende Geschwindigkeitsbegrenzung von jetzt 30 auf 10 km/h herabzusetzen, gibt Grafe keine konkrete Antwort. "Eine Herabsetzung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit für Lkw muss bei der zuständigen Straßenverkehrsbehörde des Landkreises Anhalt-Bitterfeld zur Prüfung eingereicht werden. Im Rahmen eines durchzuführenden Anhörungsverfahrens wird dann der Straßenbaulastträger einen Standpunkt erarbeiten."