Zerbst l Längst ist es schöne Tradition beim Heimat- und Schützenfest in Zerbst, dass die Schausteller an einem der elf vergnüglichen Tage kostenfreie Sonderfahrten für Menschen mit Behinderung anbieten. Gestern Nachmittag lockt dieses Angebot wieder zahlreiche Kinder und Erwachsene auf den Rummelplatz. Gut gelaunt genießen sie die flotten Fahrten in den Karussells oder den gruseligen Abstecher in die Geisterwelt.

Zu ihnen gehört ebenfalls die 21 Personen zählende Gruppe der Zerbster Tagesstätte der Diakonie für Menschen mit seelischer Behinderung. Zwischen 28 und 63 Jahre sind die Frauen und Männer alt, die zusammen mit ihren Betreuern übers Heimatfest ziehen. "Das ist immer ein kleiner Höhepunkt", erklärt Norman Pilatzek. Gut zwei Stunden verbringt die Gruppe auf dem Platz, lässt keines der Fahrgeschäfte aus, selbst wenn nicht jeder mit allem fährt. Fast alle steigen in die Gondeln des Riesenrades ein, das nach drei Jahren Abstinenz nun endlich wieder in Zerbst mit dabei ist. Gut gelaunt drehen sie Runde um Runde, bei der sie jedes Mal einen wunderbaren Weitblick über die Stadt erhaschen.

Heute nun steht der Nachwuchs im Mittelpunkt. Beim Kindertag dürfen sich die Steppkes nicht nur aufs große Spaghettiessen mit roter Fassbrause freuen, sondern neben einer Mal- und Bastelstraße ebenfalls auf Ponyreiten und Puppentheater. Darüber hinaus können sich die Mädchen und Jungen bei den Kameraden der Ortsfeuerwehr Zerbst als Brandbekämpfer mit der Kübelspritze versuchen.