So manches Fahrgeschäft ist vom Zerbster Heimat- und Schützenfest nicht wegzudenken. Dazu zählt auch das Karussell von Olaf Haase, dessen Opa schon als Schausteller in Zerbst war.

Zerbst l 1892: In jenem Jahr begann der Ur-Opa von Olaf Haase als Schausteller zu arbeiten. Mehr oder weniger hat er es also jenem Ahnen zu verdanken, dass er mit seinem Fahrgeschäft heute im Schlossgarten beim Heimatfest steht.

"Mein Opa wiederum hat die Tradition begründet, beim Heimatfest dabei zu sein", erzählt der Magdeburger. In welchem Jahr das war, kann Olaf Haase nicht sagen. Was er aber noch ganz genau weiß, ist, wie es als Steppke auf dem Zerbster Heimatfest stets einen Teil seiner Sommerferien verbracht hat. "Damals liefen nicht drei oder vier Veranstaltungen parallel, sondern man war mit der Familie vor Ort."

Deshalb ist seine Verbindung zum Heimatfest auch eine tiefere. "Es ist einfach schön, auf einem solchen Traditionsfest dabei zu sein, von denen es in Sachsen-Anhalt nur noch wenige gibt." Man kennt sich über Jahre - sowohl die anderen Schausteller als auch die städtischen Mitarbeiter. "Das ist ein gutes, unkompliziertes Arbeiten. Das Vertrauen ist da und das macht Etliches einfacher." Zumal Olaf Haase der Vorsitzende des Magdeburger Schaustellervereins ist und - wenn gewollt und nötig - Tipps und Hilfe geben kann.

1992 nahm Olaf Haase sein erstes eigenes Fahrgeschäft in Betrieb. Das, was nun auf dem Heimatfest an dem Aufgang zum Schlosshof steht, ist bereits das zweite. "Früher sind wir deutschlandweit damit unterwegs gewesen, aber dieser logistische Aufwand lohnt sich heute nicht mehr." Stattdessen sitzt Olaf Haase nun fast mehr im Auto als hinter der Kasse. "Wir haben häufig drei bis vier Parallelveranstaltungen und überall muss man sich mal sehen lassen", erzählt der Magdeburger. Gastrostände und Bühnenfeste betreibt Haase auch noch. Da ist ein elf Tage dauerndes Heimatfest schon echter Luxus. "Die lange Standzeit ist toll. Hier haben wir auch die Zeit für Wartungsarbeiten, die sonst nicht zwischendurch machbar sind."

Allerdings geht der Aufbau des Karussells recht flott. Gerademal sechs Stunden benötigen die Mitarbeiter. "Wir bauen das Karussell zum Teil auch für sechs Stunden Betrieb auf. Aber das kommt eher selten vor."

Da erscheint das Heimatfest, aber vor allem der Magdeburger Weihnachtsmarkt gerade zu erholsam. "Dort ist mein Karussell und auch mein Bruder mit seinem Gastrostand dabei und alle Familienmitglieder an einem Ort. Das ist quasi unser Familienfest."