Der Eichenprozessionsspinner befällt die Bäume im Zerbster Umland. Bei der Sitzung des Ortschaftsrates Luso machte Detlef Fischer auf das Problem aufmerksam. Aktuell betroffen seien der Bonsche Teich und der Bonsche Weg.

Bone/Luso l "Hier sieht man das, die Blätter sind schon richtig zerfressen", sagt Detlef Fischer. Er hat erst vor wenigen Tagen von dem Befall erfahren, als er mit seinen Pferden am Geländefahren der Ein-, Zwei- und Vierspänner am Bonschen Teich teilgenommen hat. Unter den Teilnehmern waren auch Mitarbeiter der hiesigen Forst, die die Problematik gleich erkannt haben.

Der Eichenprozessionsspinner, eine Schmetterlingsart, frisst im Raupenstadium die Blätter. Die Bäume können vollständig kahlgefressen werden. Treten weitere Schadschmetterlingsarten auf, kann wiederholter Kahlfrass zum Absterben ganzer Waldbestände führen.

"Der Fall ist uns noch nicht bekannt, aber dafür wäre das Ordnungsamt in Zerbst zuständig", sagt Umweltsamtsleiter Andreas Rößeler vom Landkreis Anhalt-Bitterfeld. Im Landkreis ist die Situation entspannt, es liegen kaum Meldungen vor. "Das heißt aber noch lange nicht, dass da nichts ist", sagt Andreas Rößler. Das Problem sei, dass man nicht alles überwachen könne und auf Meldungen, wie die von Detlef Fischer, angewiesen sei.

"Wir haben das im Blick", sagt Antje Rohm, Pressesprecherin der Stadt Zerbst zur aktuellen Meldung. Ein paar Kilometer weiter, zwischen Mühlsdorf und Bornum wurden in diesem Jahr bereits Maßnahmen zur Bekämpfung des Befalls getroffen. "Wir werden das im kommenden Jahr auch am Bonschen Teich und Weg fortführen", so Antje Rohm weiter.

Die jetzt betroffenen Eichen am Bonschen Weg sind noch jung. "Wir haben die dort ungefähr 2005 vom Kieswerk aus gepflanzt", sagt Detlef Fischer. 50 Bäume seien es damals gewesen, vier sind diversen Stürmen zum Opfer gefallen, viele wurden geklaut. "Da muss jetzt was passieren, die können die Bäume doch nicht einfach so kaputt gehen lassen", sagt er.

Rund drei Jahre hat man Zeit, um die Eichenprozessionsspinner zu bekämpfen, danach kommt jede Rettung für die Bäume zu spät, erklärt Detlef Fischer. Privatpersonen, die an ihren Eichen den Befall der Raupen feststellen, müssen sich selbst um das Versprühen von Insektiziden kümmern, bei öffentlichen Straßen kümmert sich entweder die Stadt oder der Landkreis um die Bekämpfung.

Neben den Fraßschäden liegt die eigentliche Schadwirkung des Eichenprozessionsspinners in den gesundheitlichen Auswirkungen der giftigen Raupenhaare auf den Menschen. Die Haare der Raupen führen beim Menschen zu Allergien. Gesundheitliche Beschwerden durch den Eichenprozessionsspinner können während des gesamten Jahres entstehen.

Wenn die Wege, an denen die Eichen stehen, viel von Menschen genutzt werden, stellt das Ordnungsamt dort Schilder auf. "Die beiden Bereiche sind allerdings nicht so stark frequentiert, deshalb bleibt das jetzt erstmal so wie es ist", sagt Antje Rohm von der Stadt Zerbst.