Ein neuer Reiseführer wirbt für das Biosphärenreservat Mittelelbe. Der Autor des Buches weiß, wovon er spricht. Schließlich wohnt Dr. Ernst Paul Dörfler in Steckby.

Steckby/Barby l Ernst Paul Dörfler fühlt sich eng mit dem Fluss verbunden. Sein Lieblingsplatz liegt direkt an der Mündung der Saale in die Elbe. "Das ist einfach wahnsinnig interessant wie sich diese beiden Flüsse hier miteinander verbinden", sagt er. Hier an den Sandufern, Buchten und artenreichen Auen findet Ernst Paul Dörfler Entspannung.

Die Idee zum Reiseführer "Biosphärenreservat Mittelelbe" wurde vom Verlag an Ernst Paul Dörfler herangetragen. "Eigentlich wollte ich das gar nicht machen, aber jetzt bin ich froh", sagt er. Dabei sei der Reiseführer die logische Folge seiner Vergangenheit. Zehn Bücher hat der Naturschützer bereits geschrieben. "Ich fühle mich seit meiner Jugend mit dem Fluss verbunden", erklärt Dörfler seinen Antrieb. Die Liebe zeigt sich, wenn er auf die Elbe blickt und man hört die Leidenschaft aus seinen Worten, wenn er erzählt.

Rund ein Jahr sammelte Dörfler Informationen und verdichtete die, die er schon hatte. "Ich hätte ja nie gedacht, dass aus meinen Bildern, die ich über die Jahre geschossen habe, mal ein Reiseführer entsteht", sagt er.

Zirka 350 Elbmeter umfasst das Biosphärenreservat Mittelelbe und somit auch der Reiseführer. Angefangen bei Dessau arbeitet sich das Buch langsam über Barby, Schönebeck, Magdeburg bis nach Tangerhütte durch. Neben vielen Informationen zu Übernachtungsmöglichkeiten und Restaurants bietet das Buch aber vor allem eines: Ganz viel Natur. "Das passt einfach zum Biosphärenreservat, dass der Reiseführer naturbetont ist", sagt Ernst Paul Dörfler.

Vielleicht, so hofft Dörfler, regt das Buch die Menschen, die in den Elbregionen leben, dazu an, sich aktiv mit ihrer Umgebung auseinanderzusetzen. "Diese Landschaft ist nichts Stinknormales. Das erkennen aber am ehesten die Menschen, die hier Urlaub machen", sagt Dörfler. Sie wären von der Schönheit und Lebendigkeit der Natur angetan.

Alle Fahrrad- und Wandertouren im Reiseführer beginnen an Bahnhöfen. "Schließlich kann man hier in Sachsen-Anhalt das Rad umsonst mitnehmen", erklärt Ernst Paul Dörfler. Um die Leser nicht in die Irre zu leiten, musste er selbst los. "Das war ein ganz schöner Rechercheaufwand, aber es hat sich gelohnt", sagt Dörfler.

In Dörflers Reiseführer ist auch Platz für seinen Heimatort Steckby. "Und das nicht nur, weil ich da wohne", sagt er schmunzelnd. Vielmehr sei Steckby die Wiege des Naturschutzes in Deutschland. Bereits in den 1920er Jahren seien hier Maßnahmen zum Schutz des Elbbibers ergriffen worden. Damals wurde er in anderen Regionen noch gejagt und verspeist, wie Dörfler sagt. Die Einwohner von Steckby sorgten dafür, dass die Ufer zwischen Aken und Tochheim nicht mehr betreten werden durften. "Das war für die damalige Zeit schon eine ganz beachtliche Leistung", sagt Ernst Paul Dörfler. Dem 300-Seelen-Ort ist deshalb auch ein eigenes Kapitel gewidmet.

So könnte Steckby demnächst Teil eines viel größeren Projektes sein. "Ich würde mir wünschen, dass die Elbe zur Marke wird", sagt Ernst Paul Dörfler. Da sich im Bereich der mittleren Elbe sowohl Weltkultur- als auch Naturerbe befinden, hofft der Naturschützer, dass sich so etwas wie die deutsche Loire entwickeln könnte. Dafür kämpft er unermüdlich, holt Politiker an einen Tisch und diskutiert mit ihnen zum Beispiel über Konzepte zum Hochwasserschutz oder zum Flusstourismus.

"Der Reiseführer ist erst der Einstieg in die Thematik", sagt Ernst Paul Dörfler. Deshalb arbeitet er bereits an dem nächsten Buch. Auch hier soll es um die Elbe gehen, aber mit Geschichten und Essays. "Ich denke, die große Zeit der Elbe steht uns noch bevor", sagt der Autor.

Die Volksstimme verlost drei Exemplare des Reiseführers. Bitte schicken Sie uns dafür eine E-Mail an Bianca.schwingenheuer@volksstimme.de oder Postkarte an die Zerbster Volksstimme, Alte Brücke 45, 39261 Zerbst (Anhalt) und beantworten Sie folgende Frage: Welches ist Ihr Lieblingsort an der Elbe und warum? Einsendeschluss ist Freitag, 15. August. Der Reiseführer ist für 9,95 Euro bei allen bekannten Verkaufsstellen zu haben (ISBN 978-3-89920-832-0). Er erscheint im Publicpress-Verlag.

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