Wind, Wasser, Sonne - das ist das Motto des Ferienlagers im Umweltzentrum Ronney. Auf spielerische Art lernen Kinder, die drei Elemente sinnvoll zu nutzen.

Ronney l In der Werkstatt des Umweltzentrums Ronney wird fleißig gewerkelt. Theo hilft Robert dabei, seine Trommel fertigzubauen. Sie besteht aus einem Plastikrohr und Klebeband. "Das muss von innen wie ein Stern aussehen", erklärt Theo. Er ist schon fertig und kann mit einem selbstgeschnitzten Trommelstab Töne erzeugen.

"Das soll das Element Luft repräsentieren. Wenn die Trommeln auf dem Tisch stehen, klingt es nicht gut", sagt Steffen Klauke. Er betreut die Kinder pädagogisch. Das Auseinandersetzen mit dem Schall war auch am Tag zuvor schon ein Thema. Da bauten die Kinder so genannte Windharfen, mit denen die Musik des Windes hörbar gemacht wurde. "Wir hatten da wirklich Glück mit dem Wetter", sagt Steffen Klauke.

Kein Heimweh bei den Jungs erkennbar

Die selbstgebauten Gegenstände nehmen die Kinder am Ende ihrer Ferienzeit mit nach Hause. So lange wird allerdings kaum ein Gedanke an Mama und Papa verschwendet. Heimweh hätten sie nicht, versichern die Jungs. Robert hat zur Sicherheit aber ein paar Bilder seiner Familie mitgebracht. "Ansonsten ist es toll hier, man lernt ja auch was dabei", sagt der siebenjährige Yanis. Vor allem lernt er auch, wie man mit einem scharfen Messer umgeht. "Immer vom Körper wegschnitzen und immer wieder zumachen", erklärt Yanis die Regeln im Umgang mit dem Werkzeug. Diese wurden im Vorfeld mit den Kindern besprochen, wie Ramona Schmied-Hoboy sagt. Sie ist pädagogische Mitarbeiterin im Umweltzentrum und leitet das Ferienlager. "Es gibt hier Grenzen. Ohne Regeln geht es nicht", stellt sie klar.

Trotzdem sei es wichtig, die Kinder zu fördern und zu fordern. In der Sternschnuppennacht am Dienstag gab es eine Wanderung an die Elbe. "Die Dunkelheit dort ist gar nicht mal so einfach auszuhalten", so Schmied-Hoboy. Mit lauten Geräuschen haben sich die Kinder gegenseitig Mut gemacht.

Im Ferienlager wartet außerdem die Arbeit mit einem Solarkocher auf die Teilnehmer. Dafür sammelten sie Kartoffeln im Schaugarten des Umweltzentrums. Schwarz-Rot-Gold, die drei verschiedenen Kartoffelsorten ergaben die Deutschlandflagge. Das Ausbuddeln und anschließende Reinigen im hauseigenen Brunnen - eine mühsame, aber lustige Erfahrung. Die Erdäpfel sollen mit einem Solarkocher, den das Umweltzentrum sich in Barby ausgeliehen hat, zu Pellkartoffeln verarbeitet werden. "Und wir grillen Würstchen", erzählt Theo stolz. Deshalb ist die große Hoffnung bei allen Beteiligten: Hoffentlich scheint auch die Sonne!

Zeichnen mit selbst- gemachten Federn

Jedes Kind soll alles ausprobieren können. So sitzen Maria und Antonia in einem Raum und zeichnen mit Tusche. "Die Federn sind selbstgemacht aus Schilf", sagt Antonia. Jetzt erstellen die Mädchen Grußkarten für die Eltern oder Klecksen mit der Tusche. "Das geht aber alles wieder von den Händen runter", erklärt Maria. Einmal schlafen und schon sei nichts mehr zu sehen.

In einem Punkt sind sich die Kinder an allen Stationen im Umweltzentrum einig: Hier in Ronney im Ferienlager ist es super!

   

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