Zerbst l Einstimmig empfiehlt der Bau- und Stadtentwicklungsausschuss dem Zerbster Stadtrat die Aufstellung des Bebauungsplanes zum Ersatzneubau der Jannowitzbrücke. "Der B-Plan dient dazu, wieder Baurecht zu schaffen und ersetzt die Durchführung einer Planfeststellung", erläuterte Heike Krüger, Leiterin des Bau- und Liegenschaftsamtes. Der Vorentwurf für die neue Brücke werde dem Ausschuss auf der nächsten Sitzung vorgestellt, ergänzte sie.

2012 war die 1893 errichtete Brücke über die Bahngleise abgerissen worden. Bereits seit Mitte der neunziger Jahre war diese aufgrund des schlechten baulichen Zustandes und der verminderten Tragfähigkeit voll gesperrt. Damit fiel eine wichtige Verkehrsanbindung des Gewerbegebietes Altbuchsland über die Kirschallee zur B 184 weg. Hinzu kam, dass nun in Folge der Modernisierung des Eisenbahnknotens Dessau/Roßlau eine größere lichtere Brückendurchfahrtshöhe erforderlich ist.

Im Mai 2012 wurde zwischen der DB Netz AG und der Stadt Zerbst eine so genannte "Kreuzungsvereinbarung" geschlossen - Bestandteil ist der Ersatzneubau. Die neue Brücke soll als Einfeld-Bauwerk mit einer Gesamtbreite von 11,35 Meter errichtet werden. Auf der Nordwestseite wird es einen 2,75 Meter breiten kombinierten Geh- und Radweg geben, auf der Südostseite nur einen 1,25 Meter breiten Notweg. Auf beiden Seiten sind 1,20 Meter hohe Geländer geplant. 2016 soll mit der Maßnahme begonnen werden.

Mit Fertigstellung der Brücke werde sich ebenfalls der Verkehrsfluss ändern, gab Ausschussmitglied Helmut Seidler (FFZ) zu bedenken. Er dachte in dem Zusammenhang insbesondere an die Einbindung der Kirschallee in die B 184. Der von einigen favorisierte Kreisverkehr sei damals mit Hinweis auf die Tatsache, dass die Verkehrsaufnahme aus der Kirschallee zu gering ist, abgelehnt worden, erinnerte Seidler. Er regte deshalb an, auf einer der nächsten Sitzungen einmal die Verkehrsströme zu betrachten und zwar im gesamten Bereich südlich der Bahnstrecke und über die zukünftige Gestaltung der dortigen Verkehrswege zu beraten.