Vor Familie und Freunden gaben sich Sandy und Enrico Söhns am Sonnabend das Ja-Wort. Vom Standesamt auf der Schloßfreiheit ging es im Autokorso zum "Kleinsten Haus von Zerbst". Dort sollten die frisch Vermählten ihre Hochzeitsnacht verbringen...

Zerbst l "Probezeit bestanden", erklärt Sandy Söhns lächelnd. Die frisch vermählte Braut ist überglücklich. Soeben hat sie ihrem Enrico das Ja-Wort gegeben. Im barocken Ambiente des Zerbster Standesamtes ließ sich das verliebte Paar trauen. Ausreichend Zeit haben sich die Beiden für diesen entscheidenden Schritt gelassen.

Bereits aus Schulzeiten kennen sie sich, waren damals ab der Siebten in einer Klasse. Bei der Abschlussfahrt nach Rimini an die italienische Adriaküste mussten die Zwei auf der Rücktour im Bus dann zusammensitzen. Da hat es zwischen ihnen gefunkt. Seit dem 23. April 1999 sind der Elektriker und die Altenpflegerin zusammen.

2004 zog Sandy Söhns, eine geborene Weidner, in die Nähe von Hannover. Enrico folgte ihr. Sie begannen, sich eine gemeinsame Zukunft aufzubauen. Gekrönt wurde ihre glückliche Beziehung schließlich am 3. September 2012 mit der Geburt von Töchterchen Eileen.

Doch eine Eheschließung war noch immer nicht geplant. Erst, als 2013 der Finanzberater vorbeischaute und fragte, ob sie schon einmal über eine Hochzeit nachgedacht hätten, antwortete Enrico spontan: "Wir heiraten nächstes Jahr." Mit dem 16. August 2014 wurde der Termin der Trauung festgelegt. Stattfinden sollte diese im Geburtsort der Beiden.

So nimmt das romantische Geschehen am Sonnabend seinen Verlauf. Sichtlich gerührt, mit feuchten Augen streifen sich Sandy und Enrico gegenseitig die Eheringe über die Finger, bevor der 31-Jährige seine gleichaltrige Braut küssen darf. Im Schlossgarten werden Fotos gemacht, ehe es im Autokorso durch die Stadt geht. Ziel ist der Große Klosterhof. Hier wartet ein ungewöhnliches Geschenk auf das Brautpaar, das völlig im Unklaren ist, wo es eigentlich nach der Hochzeitsfeier übernachten soll - im Wohnwagen, Zelt oder auf dem Heuboden...? Bis zuletzt wird nichts verraten.

Vor dem "Kleinsten Haus von Zerbst" hält Chauffeur Helmut Morbach an. Wenig später halten Sandy und Enrico Söhns den Schlüssel zu dem winzigen Fachwerkbau in Händen, der gerade einmal 5,60 Meter breit ist. Zehn Jahre haben Michael Hanisch und seine Frau das verfallene Gebäude liebevoll saniert, heute kann es gemietet werden.

"Wir standen bis jetzt völlig im Dunkeln, wo wir schlafen sollen", ist die 31-Jährige genauso überrascht wie ihr Mann, der gerade gespürt hat, wie niedrig die Eingangstür ist. Sofort nehmen Beide das behagliche Häuschen in Augenschein, in dem sie als Erste eine Hochzeitsnacht verbringen werden. Herzförmige Luftballons hängen an der Fassade, ein kleiner roter Teppich ist ausgerollt. Fackeln und Windlichter für den nächtlichen Zauber sind aufgestellt. "Die werden wir anzünden, bevor die Zwei zum Schlafen hierher zurückkehren", verrät Sandys Bruder Silvio, der mit seiner Frau Ulrike die organisatorischen Fäden in der Hand hält.

Zunächst jedoch steht die Feier mit einigen Herausforderung für die jung Vermählten an. Beim traditionellen Baumstammsägen beispielsweise muss das Paar beweisen, wie gut es als Team zusammenarbeitet. Tüchtig gepoltert wird ebenfalls, bevor sich die Gesellschaft zu fortgeschrittener Stunde auflöst...

Flitterwochen haben Sandy und Enrico Söhns bisher nicht geplant. Vielleicht gewinnen sie ja den Reisegutschein, der ihnen mit ihrer Teilnahme bei der "Traumhochzeit" winkt. Bis Jahresende läuft die Volksstimme-Aktion. Alle Paare, die 2014 heiraten, können sich beteiligen.

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