Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) besuchte im Rahmen seiner Sommerreise am Donnerstag das Revierkommissariat in Zerbst. Dort sprach er mit den Beamten und mit den Stadtmitarbeitern unter anderem über den Verlauf der Polizeireform.

Zerbst l Die Reform der Polizei in Sachsen-Anhalt war das Thema beim Besuch des Innenministers Holger Stahlknecht im Zerbster Polizeirevier. Es sei selbstverständlich, dass es Gesprächsbedarf gebe, sagte Stahlknecht. Zudem sei er für konstruktive Kritik dankbar.

Die Polizei-Reform sieht vor allem vor, Personal abzubauen. Auf 4900 Polizisten - so der ursprüngliche Plan - sollte die Polizei zusammengestrichen werden. "Davon sind wir aber weg", erklärte Stahlknecht. 5800 Bedienstete sei nun das Ziel, das es zu erreichen gelte - immer noch eine Einsparung von rund 400 Kräften.

"Grundsätzlich muss ich sagen, dass wir eine sehr gut arbeitende Polizei haben", sagte der Minister. "Unser Ziel muss es sein, die gute Arbeit auf gleichem Niveau zu halten und das mit weniger Leuten umzusetzen."

Eine der Schwierigkeiten sei dabei, dass "wir die Reform im laufenden Betrieb vornehmen", fügte er an. Er sei auch deswegen im Revierkommissariat in Zerbst, um sich über den Verlauf zu erkundigen und sich die Probleme anzuhören.

Polizeihauptmeister Holger Sticherling ist einer von zwei Regionalbereichsbeamten (RBB) in Zerbst. Seit dem 1. Juli ist er in der neuen Funktion. Diese sieht vor allem vor, Präsenz der Polizei zu zeigen. "Die RBB sind die Augen, Ohren und die Stimme der Polizei. Sie sind aber auch das Gesicht der Polizei", sagte Stahlknecht.

Sticherling erklärte, dass seine Aufgabe auch darin bestehe, Ansprechpartner für die Menschen zu sein und präventive Aufgaben wahrzunehmen.

"Ich mache mich zur Zeit in der Region bekannt, fahre zu Ortschaftsratsversammlungen und stelle mich den Ortsräten kurz vor, tausche Nummern aus und frage nach, ob es Probleme gibt", erzählte er. Bislang seien seine Erfahrungen sehr positiv. "Die Leute freut es, wenn ich im Dorf bin. Manche hätten mich wohl am liebsten 24 Stunden vor Ort", fügte er an. Das gehe natürlich nicht, schließlich müsse er sich um alle 56 Ortsteile kümmern.

Das sei auch ein Problem, welches die Polizisten unter Elard Schmidt, Leiter des Revierkommissariats, dem Minister mitteilten.

Denn die Anzahl der Regionalbereichsbeamten werde bislang nach der Zahl der Einwohner vergeben - für eine Stadt wie Zerbst ergibt das eben zwei. Aufgrund der Vielzahl der Orte und der Größe der Einheitsgemeinde sehen die Polizisten darin keine optimale Berechungsgrundlage.

Sollte sich herausstellen, dass die Fläche mit in die Berechnung einbezogen werden müsse, könne er sich vorstellen nachzusteuern, gab der Minister zu verstehen, blieb ab er in der Aussage vage: "Für gute Ideen bin ich immer offen."

Nach seinen Vorstellungen soll die Reform in einem Jahr vollendet sein und alle RBB im Einsatz.

Einmal im Jahr wolle er sich mit den Zerbster Beamten zusammensetzen und austauschen.