Die Mitarbeiter der Stadtwerke schlossen gestern Mittag das Erlebnisbad in Zerbst und erklärten die Freibadsaison für beendet. Grund sei das schlechte Wetter und die geringe Wahrscheinlichkeit, dass es noch einmal warm werde.

Zerbst l Vera Herrmann zieht ganz allein ihre Bahnen durch die Becken des Erlebnisbades in Zerbst. "Sie hatte angerufen und gefragt, ob sie noch schnell ein paar Runden drehen kann", erklärt Schwimmmeisterin Sandra Lisso. Da die Anruferin fast jeden Tag im Freibad zu Gast ist, gestattet ihr die Rettungschwimmerin den Wunsch.

Die 17 Grad Wassertemperaturen machen ihr nichts aus, erklärt die einsame Schwimmerin. "Zum Saisonbeginn waren es gar nur 16 Grad", fügt sie an. Knapp 50 Minuten schwimme sie, danach fühle sie sich richtig wohl und sei auch gut gegen Erkältungen gewappnet. "Krank bin ich eigentlich nie", sagt die Zerbsterin. Es sei fast, als strahle sie eine innere Wärme aus, beschreibt sie das Gefühl. "Selbst eine leichte Jacke, wie viele sie in diesen Tagen schon tragen, brauche ich nicht. Kurze Ärmel reichen mir noch", fügt sie an.

Auf ihren Bahnen ist sie gestern Mittag die letzte Besucherin im Bad in dieser Saison. Die Leitung der Stadtwerke hat sich am Vormittag entschieden, die Saison früher als geplant zu beenden. Eigentlich sollte das Bad bis zum 15. September geöffnet bleiben.

"Es ist einfach zu kalt", erklärt Schwimmmeisterin Sandra Lisso. Da die Prognosen für die nächsten Wochen von eher kühleren Temperaturen ausgehen, sei es auch besser, das Bad zu schließen. "Schließlich haben wir auch noch das Hallenbad, das wir nun schon früher öffnen", berichtet die Schwimmmeisterin. Damit findet eine recht schlechte Saison ein passendes Ende. "19 887 Gäste waren seit dem 17. Mai bei uns zu Gast", erklärt sie. "Im Vorjahr hatten wir 26 990 Besucher", fügt sie an. Den diesjährigen Besucherrekord hat das Bad am 20. Juli erlebt. An jenem Sonntag sind 1531 Menschen im Freibad gewesen. Zusammen mit dem Sonnabend, an dem es immerhin 1302 Besucher in das Freibad gezogen hat, "war das am stärksten frequentierte Wochenende", erzählt die Angestellte weiter.

"Am vergangenen Wochenende war kein einziger Besucher hier zu Gast", macht sie deutlich. Nun werden die vier Schwimmmeister, drei Kassenfrauen und die Reinigungskraft sich um die Zerbster Schwimmhalle kümmern. "Wir haben drei Tage, um sie einsatzfähig zu machen", erzählt Sandra Lisso. Die Halle werde gereinigt und die Becken werden mit Wasser aufgefüllt. Am Freitag soll die Zerbster Volksschwimmhalle eröffnet werden.

Dann wird auch Vera Herrmann dort regelmäßig zu Gast sein und ihre Bahnen ziehen. Was sie in den drei Tagen bis zum Freitag ohne Schwimmbad machen wird, weiß sie schon: Ihre Schwesten besuchen, die hat einen Pool.