Mit dem Dornburger Tor und Kuchels Warte wurde in dieser Woche beim Heimatfotorätsel ein markanter Teil der mittelalterlichen Zerbster Stadtmauer gesucht. Einige Leser erkannten das historische Motiv.

Zerbst l "Das ist Kuchels Warte." Beim Blick auf das gesuchte historische Heimatfoto hat Wolfgang Berkling den runden Befestigungsturm der Zerbster Stadtmauer sofort erkannt. "Da musste ich zum Gießen rauf", erzählt er von der Champignonzucht, die seine Familie mal darin betrieb. "Mein Vater hat bei der Stadt gearbeitet, da konnten wir Kuchels Warte mieten", erzählt er. "Und früher ist man noch direkt durch das Tor des Stadtmauerturms gefahren."

"Da stehst du doch immer", schoss es Gabriele Sanetra beim Anblick des markanten Motives durch den Kopf. "Die Ampel in der Gartenstraße zwingt einen zu halten. Da kann man sich ansehen, wie sich der Bereich verändert hat." Als die Schwarz-Weiß-Aufnahme gemacht wurde, war es möglich, bis zur Nicolai-Kirche zu schauen. Heutzutage wird die damalige Sichtachse durch die Neubauten verdeckt. Zugleich erinnerte das Foto die Zerbsterin daran, wie sie in jüngeren Jahren zum Schlittschuhlaufen in den Schloßgarten gegangen ist.

Gisela Lehmann ist als Kind ebenfalls regelmäßig auf dem Weg zur Schule "Am Plan" an den beiden auffallenden Türmen der mittelalterlichen Befestigungsanlage vorbeigekommen. "Früher führte da eine Schluppe hinter der Stadtmauer bis zur Schule", berichtet sie. Dass es sich bei dem runden Turm um Kuchels Warte handelt, hatte sie mal vom einstigen Stadtrat Gustav Tomas erfahren.

Auch für Detlef Teßmann war das Rätsel leicht zu lösen. Er erkannte, dass auf dem Bild die Straßenführung noch anders war und erinnerte sich, dass er in den Turm gehen und auf die Stadtmauer blicken konnte.

Für die Zerbsterin Annemarie Gründer war das fehlende Dach auf dem Kirchturm der Sankt-Nicolai-Kirche der entscheidende Hinweis dafür, dass es sich um eine Aufnahme aus den 50er-Jahren handeln muss. "Heute befinde sich in unmittelbarer Nähe eine Ampel", fügte sie an.

Harald Neupert datierte die Aufnahme ebenfalls auf die 1950er Jahre, auch ihm half das fehlende Dach der Nicolai-Kirche.

Ewald Külz aus Lübs fuhr zur 1000-Jahr-Feier von Zerbst mit einem Planwagen noch durch das Stadttor auf der linken Seite des Bildes. Er nahm damals am Umzug teil, berichtete der Lübser am Telefon der Volksstimme. Den Namen "Kuchels Warte" wusste Dietrich Franke aus Zerbst richtig zu benennen.

Das Los fiel auf Gabriele Sanetra. Sie kann sich in den kommenden Tagen ein Handtuch aus der Zerbster Lokalredaktion abholen.

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