800 Jahre - Kleinleitzkau gehört zu den Dörfern, die 1214 erstmals erwähnt wurden. Anlass genug, das Jubiläum zu feiern, obwohl es auf jeden Fall schon lange vorher Besiedelung gegeben hat. Seit Donnerstag zog es Kleinleitzkauer und zahlreiche Gäste auf den Festplatz. Kreativ und ideenreich hatten die Einwohner ein vielfältiges Programm organisiert.

Kleinleitzkau l Während vor zehn bis acht Jahren leerstehende Häuser und fehlender Nachwuchs Sorgen in Kleinleitzkau bereiteten, hat sich in den vergangenen Jahren eine positive Entwicklung vollzogen. Das Dorf am Rande des Flämings, umgeben von Wiesen, Feldern und Wäldern blühte auf, junge Leute kamen, gründeten Familien, sanierten Häuser und Höfe. Von 91 Einwohnern sind 20 Kinder und Jugendliche. Nicht ohne Stolz sprechen die Kleinleitzkauer und Mario Rudolf, der Ortsbürgermeister von Bornum, zu dem Kleinleitzkau gehört, von einem "jungen Dorf".

Dieses junge Dorf feierte nun am vergangenen Wochenende seine Geschichte - einfallsreich, mit vielen Ideen, kreativ und voller Enthusiasmus. Ein geschichtlicher Abend bildete schon am Donnerstag den Auftakt. Prominenz und bedeutsame Gäste waren am Freitagabend eingeladen, nachdem schon am Nachmittag die Kinder auf ihre Kosten gekommen waren.

Als "Garitzer Junge" konnte Ortsbürgermeister Rudolf in seine Festrede eigene Erinnerungen an Kleinleitzkau aus seiner Kindheit und Jugend einfließen lassen. Seine Ausführungen drehten sich um die Identität der Bewohner mit ihrem Dorf, um das Leben, das darin steckt und das die Menschen mit ihrer Kreativität füllen.

So lag es ihm am Herzen, allen zu danken, die sich in die Vorbereitung und Durchführung des Jubiläums eingebracht haben. Das Festwochenende werde für die Kleinleitzkauer "ein Ding sein, das zusammenschweißt", prophezeite er. Nicht zuletzt gab er die Geschichte des alten Kleinleitzkauer Taufsteins zum Besten, der - zuletzt als Blumenkübel und Standfläche einer Gartenpumpe - in diesem Jahr seine Chance sah, wieder zum Vorschein zu kommen.

In Vertretung des Zerbster Bürgermeisters Andreas Dittmann richtete Evelyn Johannes Grußworte an das Publikum im Festzelt. Es sei die erste Einladung gewesen, wo bei einer 800-Jahrfeier von einem jungen Dorf gesprochen wird, so Evelyn Johannes. Sie wünschte, dass sich die gedeihliche Entwicklung fortsetzen werde.

Nächster Festredner war Clemens Koschig, der bei Erhalt der Einladung noch Oberbürgermeister von Dessau/Roßlau war. Er bekundete seine Verbundenheit zu den Dörfern, die einmal zum Amte Roßlau gehörten. Er erinnerte sich, wie er nach der Wende herausfinden wollte, wie groß Kleinleitzkau wirklich war. Der Versuch, von Kleinleitzkau nach Ragösen zu fahren, scheiterte im Ratsbruch. Er dankte dem Bauern, der das Fahrzeug damals herausgezogen hat...

Mit der Erfahrung von der 800-Jahrfeier von Bornum und Trüben im vergangenen Jahr vermochte Dr. Rainer Prange, Vorsitzender des Feuerwehrfördervereins Bornum, recht gut zu beurteilen, wieviel in die Vorbereitung des Kleinleitzkauer Jubiläums gesteckt wurde. Mit dem Gastgeschenk sollte Mario Rudolf mit den Helfern auf gutes Gelingen anstoßen.

Und schließlich erschien auch der Anhalt-Bitterfelder Landrat Uwe Schulze im Festzelt, um zu gratulieren. Es sei entscheidend, "wie sie hier gemeinsam leben und das Leben ausgestalten", wandte er sich an die Kleinleitzkauer. Eine Ehrenurkunde des Landrates wird an das Jubiläum erinnern.

Ein ausführlicher Bericht zu den weiteren Höhepunkten des Festwochenendes folgt.