Morgen beginnt in Sachsen-Anhalt wieder die Schule. Auch in Zerbst beginnt für viele Jungen und Mädchen eine neue Zeit. Für die Eltern gibt es viel Neues zu beachten. Die Volksstimme fragte nach, was zu tun ist, damit der Schulstart gelingt.

Zerbst l Die meisten Kinder kennen die Schule schon, für andere beginnt erst am Montag "der Ernst des Lebens." Vorher wird erst einmal Einschulung gefeiert. Schon dabei, so wissen Sachsen-Anhalts Zahnärzte, könne vieles besser gemacht werden, als es der Brauch ist.

Die Schultüte

"Machen Sie aus der Zucker - ein Wundertüte", riet die Zahnärztekammer aus Magdeburg den Eltern und Großeltern, die derzeit beginnen, die Schultüten mit Überraschungen für die künftigen Abc-Schützen füllen. Es gebe viele schöne und nützliche Alternativen, welche die Erstklässler beim Auspacken ihrer Wundertüte erfreuen können (siehe Kasten "Wundertüten-Abc").

"Der Zahngesundheit sollte gerade in der Wechselgebissphase besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden", sagte eine Sprecherin der Kammer. Der Schmelz der neu durchbrechenden bleibenden Zähne habe noch nicht seine sprichwörtliche Härte ausgebildet und sei deshalb besonders anfällig für schädliche Einflüsse. Besorgniserregend: Nur 35 Prozent der Abc-Schützen kommen mit naturgesundem Gebiss in die Schule. Bedenklich ist auch, dass jeder zweite behandlungsbedürftige Milchzahn noch unbehandelt bleibe. Die Gründe dafür werden vor allem in der mangelnden Regelmäßigkeit des Zahnarztbesuches der Kinder, aber auch in einer Unterschätzung der Bedeutung der Milchzähne für das bleibende Gebiss gesehen, sagte eine Sprecherin.

Doch nicht nur auf die Zähne gilt es zu achten. Carsten Bochwitz ist Chefarzt für Physikalische Therapie und Leitender Oberarzt für Wirbelsäulenerkrankungen in der Helios-Klinik in Zerbst. Er weiß, wie wichtig ein guter Schulranzen ist.

Der Ranzen

"Wichtig ist nicht nur ein trendiges Design, er sollte vor allem die kindliche Wirbelsäule schonen", erzählte der Orthopäde. "Die Knochenstruktur der jungen Schulkinder ist sensibler als die von Erwachsenen." Schwere Lasten führen zu Stauchungen der Wirbelsäule oder verursachen Überlastungen der kleinen Wirbelgelenke. Schlimmstenfalls drohen Fehlhaltungen mit anschließenden Wirbelsäulenverkrümmungen wie zum Beispiel der Rundrücken.

"Kinder sollten maximal bis zu 12,5 Prozent ihrer Körpergewichts tragen, das heißt, ein 20 Kilogramm schwerer Grundschüler darf maximal zwei Kilogramm auf seinem Rücken tragen, damit Schäden vermieden werden", erklärte Dr. Carsten Bochwitz.

Neben dem Gewicht ist der richtige Sitz des Ranzens entscheidend. Die seitlichen Tragegurte sollten breit und weich sein, Bewegungsfreiheit bieten, nicht einengen, und den Druck großflächig auf den ganzen Rücken verteilen. Die Stabilität für den Rücken bietet ein anatomisch geformter Auflagebereich mit weichen Polsterungen. Um das Gewicht zu verteilen, riet Bochwitz: "Am besten packen die Eltern gemeinsam mit ihren Kindern den Ranzen und sorgen dafür, dass nur das verstaut wird, was nötig ist. "

Das Frühstück

Teil des Inhalts des Ranzens wird auch die Brotbüchse sein. Damit die richtig gefüllt ist, gibt die Aok aus Magdeburg einige Hinweise auf ihrer Webseite. "Zum Frühstück sind Vollkornbrot oder Brötchen mit Käse oder magere Wurst kombiniert mit frisch gepresstem Fruchtsaft ideal", heißt es dort.

Die Bestandteile des Pausenbrotes sind auch hier Vollkornbrot oder -brötchen, wahlweise Butter, Margarine oder fettarmer Frischkäse sowie Käse oder magere Wurst. Frische Kräuter und Rohkost bringen zusätzlich Pep ins Spiel. "Außerdem gehören noch Obst oder Gemüse in den Schulranzen." Ausreichend Flüssigkeit sei für Konzentration und körperliche Leistungsfähigkeit wichtig. Deshalb sollten Kinder zum Frühstück und in den Pausen viel trinken. "Rund einen Liter brauchen Grundschüler je nach Alter am Tag, am besten Wasser oder ungesüßte Tees", heißt es dort weiter.

So gewappnet kann es los gehen. Nun gilt es für allerdings noch die Verkehrsregeln zu beachten.

Der Schulweg

Holger Sticherling, Regionalbereichsbeamter in Zerbst, rät, vorher mit dem Kind den Schulweg Weg abzugehen. "Der sicherste muss nicht der schnellste sein", sagte er. "Meiden Sie Überquerung und Kreuzungen." Radfahrende Kinder müssen bis zum Alter von acht Jahren auf dem Fußweg fahren, wies er auf ein Gesetz hin. "Bis zum Alter von zehn Jahre dürfen sie das", fügte er an. Schwierig für busfahrende Kinder sei das Ein- und Aussteigen. "Es ist besser zu warten, bis der Bus sich entfernt hat, damit das Kind nicht übersehen wird, falls es um den Bus herum geht", erzählte er.

Kinder, die mit dem Auto zur Schule gebracht werden, sollten immer zum Gehweg aussteigen. "Am besten ist es, wenn die Eltern den Kindern die Türen öffnen, damit diese den Verkehr nicht übersehen." Übrigens müssen Kinder bis 12 Jahre oder einer Körpergröße von 150 Zentimetern in einem Kindersitz mitfahren.