Enten mit einem Lebendgewicht von 148 Tonnen werden pro Tag auf dem Geflügelschlachthof in Reuden-Süd verarbeitet. Jetzt hat das Unternehmen einen Antrag beim Landesverwaltungsamt eingereicht: Die Schlachtkapazität soll auf 350 Tonnen steigen. Der Ausbau und 185 neue Arbeitsplätze sind geplant.

Zerbst l Lagepläne, Zahlentabellen und hunderte Seiten von Beurteilungsergebnissen füllen die beiden großen Ordner vom Ingenieurbüro Wilfried Eckhof. Wie viele Tiere sollen auf dem Schlachthof in Reuden-Süd am Tag verarbeitet werden? Welche Gebäude sollen erweitert werden? Wie viele Arbeitsplätze entstehen? Die Ordner mit den Antworten liegen seit einer Woche im Zerbster Bau- und Liegenschaftsamt aus.

Zusammengefasst: Die Fläminger Entenspezialitäten, ein Wiesenhof-Standort, wollen auf ihrem Geflügelschlachthof in Reuden-Süd nicht mehr nur Enten mit einem Lebendgewicht von 148 Tonnen pro Tag verarbeiten, sondern 350 Tonnen. Daraus würden laut Ingenieurbüro 240 Tonnen Nahrungsmittel gewonnen. Bereits im April 2013 wurde ein Antrag zur Erhöhung der Schlachtkapazität genehmigt. Damals ging es von 100 auf 148 Tonnen.

Voraussetzung dafür: Die Ausweitung der Schlachtzeiten. In der Hauptsaison soll bis zu 20 Stunden täglich geschlachtet werden. "Die Menge der geschlachteten Tiere wird auf das gesamte Jahr gesehen trotzdem gleich bleiben", versichert Maria Große Böckmann, Sprecherin von Wiesenhof. Da die Nachfrage nach Entenspezialitäten vor Weihnachten und Ostern stark ansteigt, sei die Erhöhung der Schlachtkapazität saisonal notwendig, um die Nachfrage bedienen zu können. Zur Zeit werden 4000 Enten pro Stunde geschlachtet.

Mit Bewilligung des neuen Antrages sollen es ab Dezember bis zu 5000 Tiere pro Stunde sein. Damit verbunden wäre neben 185 zusätzlichen Arbeitsplätzen die Modernisierung des Schlachthofes. Die Produktionsflächen sollen laut Antrag um mehr als 6000 Quadratmeter erweitert werden. Das beauftragte Ingenieurbüro aus Ahrensfelde erwartet jedoch weder "erhebliche Beeinträchtigungen" für das Wasser noch für den Boden oder den Menschen. Was Geruch und Geräusche betreffe, überschreite der Abstand zur nächstgelegenen Wohnbebauung in Reuden-Süd mit 480 Metern die Vorschrift.

Wer das Vorhaben jedoch für unzulässig hält, kann seine Einwendungen bis zum 8. Oktober schriftlich beim Landesverwaltungsamt einreichen. Die Details zum Antrag liegen noch bis 24. September im Zerbster Bau- und Liegenschaftsamt in der Puschkinpromenade 2, Zimmer 10, aus.

Denn: Stellt ein Unternehmen den Antrag auf eine wesentliche Änderung, muss dieser öffentlich ausgelegt werden. Noch lange bevor das Landesverwaltungsamt über den Antrag entscheidet, erklärt Pressesprecherin Denise Vopel. Liegen dann formgerechte Einwendungen vor, fließen die mit in das Antragsverfahren ein und Ende Oktober wird im Zerbster Rathaus diskutiert. Das Landesverwaltungsamt moderiert auf dem öffentlichen Erörterungstermin zwischen Antragssteller und Einwendern. "Bestimmte Fragen können dann vielleicht ausgeräumt werden oder aber der Antragssteller ändert seine Planungen", sagt Denise Vopel.

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