Mehr als 23 000 Menschen verlassen den Landkreis Anhalt-Bitterfeld, um in anderen Landkreisen zu arbeiten. Das stellt die neueste Erhebung der Agentur für Arbeit im Bezirk Dessau-Roßlau-Wittenberg fest.

Zerbst l "Jede Woche pendeln tausende Arbeitnehmer von zu Hause weg, um außerhalb der Heimatregion ihrem Job nachzugehen", fasst Sabine Edner, Chefin der Agentur für Arbeit Dessau-Roßlau-Wittenberg, die Pendlersituation zusammen. In der Vergangenheit sei das oftmals die einzige Möglichkeit gewesen, eine Arbeitsstelle zu finden. Zwischenzeitlich hat sich die Situation auf dem Arbeitsmarkt geändert, da die hiesigen Unternehmen Fachkräfte suchen", erklärt die Leiterin.

Nach Magdeburg und Halle verzeichnet die Doppelstadt Dessau-Roßlau mehr Berufseinpendler als Auspendler. Hingegen verlassen mehr Frauen und Männer die Landkreise Anhalt-Bitterfeld und Wittenberg zur täglichen Arbeitsaufnahme, als dass sie in die Kreise einpendeln.

Doch die Arbeitskräfte verbleiben zum größten Teil im Bundesland Sachsen-Anhalt. "Wie man an Hand der Zahlen sieht, ist pendeln Männersache", so Edner weiter.

Insgesamt verlassen 23 650 Beschäftigte den Landkreis. Davon sind 13 899 (58,77 Prozent) Männer und 9 751 (41,23 Prozent) Frauen.

Von ihnen pendeln täglich 5 329 nach Dessau-Roßlau, 3 003 nach Halle an der Saale und 2 051 in den Saalekreis.

Wiederum kommen täglich 15 543 Männer und Frauen zum Arbeiten in den Landkreis Anhalt-Bitterfeld. 63,23 Prozent davon sind männlich (9828) und 36,77 Prozent weiblich (5715).

Sie kommen mit 2 679 aus der Stadt Dessau-Roßlau, aus dem Landkreis Wittenberg mit 1857 oder aus dem Saalekreis mit 1 515.

Zum Vergleich: Dessau-Roßlau verlassen 9 535 Beschäftigte. Davon sind circa 62,62 Prozent Männer. Von ihnen pendeln außer nach Anhalt-Bitterfeld 1 762 nach Wittenberg und 714 nach Halle.

Von den 23 650 Pendlern aus Anhalt-Bitterfeld gehen 3 319 einer Tätigkeit in den alten Bundesländern nach. Alle anderen verbleiben in den neuen Bundesländern und fahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Auto in die Regionen (im Rang absteigend): Leipzig, Salzlandkreis, Nordsaschen, Wittenberg, Magdeburg, Jerichower Land und Berlin.

"Dennoch ist abschließend festzustellen, dass der Agenturbezirk ein negatives Pendlersaldo hat, welches auf dem Jahresniveau liegt. Ihn verlassen mehr für die tägliche Arbeitsaufnahme, als dass sie in ihn pendeln oder aus anderen Regionen die Arbeitskräfte zu uns kommen."

36 091 Einpendler stehen 48 912 Auspendlern gegenüber. "Folglich verlassen 12 801 Frauen und Männer jeden Tag zur Arbeitsaufnahme die Agentur für Arbeit Dessau-Roßlau-Wittenberg zu der auch der Landkreis Anhalt-Bitterfeld gehört", stellt Edner abschließend fest.

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