Am 5. September 1954 wurde Heinz Lischke in der Zerbster St. Bartholomäikirche ordiniert. Auf den Tag genau 60 Jahre später wurde der Pfarrer i.R. gestern dort mit einem Gottesdienst gewürdigt.

Von Helmut Rohm

Zerbst l "Ins Rennen" und "im Reisedienst", so beschreibt Markus Rinke, Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft der evangelischen Schlesier in Anhalt, was i.R. für seinen Vorgänger im Amt bedeutet. Nicht "im Ruhestand", sondern weiter engagiert.

Heinz Lischke wurde "vor 60 Jahren in die Dienste der Landeskirche aufgenommen", erinnert Jürgen Tobies, Kreisoberpfarrer des Kirchenkreises Zerbst, im Gottesdienst gestern Vormittag in St. Bartholomäi. Hier fand damals die Ordination des in Breslau/Wroclaw Geborenen statt, der zunächst als Vikar nach Zerbst gekommen war. 1955 bekommt er die Pfarrstelle in Niederlepte übertragen, wird ab 1987 Pfarrer in Wertlau. 1992 wird er in den Ruhestand verabschiedet.

"Vieles bleibt den Gemeinden und Dir aus der jahrzehntelangen Tätigkeit in der Landeskirche und im Kirchenkreis in Erinnerung", so Jürgen Tobies. Und er verbindet mit Würdigung und Dank auch die von Heinz Lischke geleistete "Schlesierarbeit als Kennzeichen Deines Wirkens in den letzten Jahren".

Eine Erinnerungsurkunde wird Zeugnis dieses gestrigen Jubiläums für Heinz Lischke sein.

Für den 87-Jährigen, der im Gottesdienst selbst den Segen spricht, ist es "nicht leicht, die richtigen Worte zu finden". Wichtig sind ihm vor allem "Worte des Dankes für diesen Tag und dass Euch alle Zeit diese Gottesgnade zuteilwerden möchte, die mir in den 60 Jahren meines Wirkens zuteil geworden ist".

Unter den Gratulanten ist Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD). Auch er hebt, gerade vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen, "den nicht hoch genug zu würdigenden Beitrag" Heinz Lischkes zur Versöhnung hervor.

Heinz Lischke war Mitbegründer der Gemeinschaft evangelischer Schlesier in Anhalt und hat nach 20 Jahren Ende 2012 den Vorsitz an Markus Rinke übergeben. Er dankte dem Pfarrer i.R. für seine "Brückenbauertätigkeit". Mit vielen Reisen, im Frühjahr erst mit der Zerbster Kantorei, hat Heinz Lischke vor allem Brücken "wischen Zerbst und Breslau" gebaut. Diesen Titel wird der erste Band eines Buches tragen, das noch in diesem Jahr erscheint und sich seinen Schlesienreisen zwischen 1964 und 1980 widmet.

Dawid Mendrok von der Christophori-Kirche in Breslau gratuliert ebenso wie Schulleiterin Friederike Grötzsch von der Evangelischen Grundschule, die Heinz Lischke von Beginn an unterstützt. Die Kirchgemeinde St. Nicolai und St. Trinitatis, wo der Jubilar in Zerbst anfing, wird ihm einen Reformationsbaum widmen, kündigt Pfarrer Thomas Meyer an.