Eine FöJ-lerin auf dem Europa-Jugendbauernhof in Deetz ist an sich nichts Außergewöhnliches. Das Besondere an Elisabeth Klapper ist allerdings, dass die junge Frau aus Österreich kommt.

Deetz l "So etwas, wie ein FöJ gibt es bei uns glaube ich gar nicht", sagte die junge Frau, die Ulrich Weimeister herzlich auf dem Europa-Jugendbauernhof in Deetz willkommen hieß. FöJ - das Freiwillige ökologische Jahr ist ein Bildungs- und Orientierungsjahr für Jugendliche im Alter von 16 bis 27 Jahren. Wikipedia verrät, dass es in Österreich ein Freiwilliges Umweltjahr (FUJ) für junge Leute gibt, die sich im Umwelt- und Nachhaltigkeitsbereich engagieren wollen. Wie dem auch sei, ist Elisabeth Klapper, die in Hard am Bodensee im österreichischen Bundesland Vorarlberg zu Hause ist, zufällig im Internet auf das FöJ gestoßen. "Ich wusste nicht, was ich nach der Schule machen sollte", erklärte die 18-Jährige. Ihre Vorstellungen gehen in Richtung Tierpflege. Da bietet es sich an, erst einmal auszuprobieren, ob der Beruf tatsächlich in Frage kommt, ob man Spaß daran findet.

Ausprobieren, sich finden, dabei aktiv und eine wertvolle Unterstützung in einer Einrichtung sein - das alles kann ein FöJ bieten. Die Stellen auf dem Jugendbauernhof werden über die Stiftung Umwelt-, Natur- und Klimaschutz des Landes Sachsen-Anhalt vermittelt. Deetz war die erste Wahl von Elisabeth Klapper, und es passte auf beiden Seiten.

Nach Deutschland wollte sie sehr gerne. Das liegt wohl in der Familie. Jedes Jahr verbringt diese ihren Urlaub in Deutschland, die Nordsee hat es den Österreichern am meisten angetan. "Früher waren wir meist auf einem Bauernhof in Deutschland", erinnerte sich die junge Frau an ihre Kindheit. Nun, nicht nur den Eltern gefällt das Land, auch Elisabeth Klapper mag Deutschland.

Nach den ersten Tagen in Deetz ist sie ganz zufrieden mit ihrer Einsatzstelle. "Das entspricht ganz meinen Vorstellungen. Ich habe mich relativ gut eingelebt", erklärte sie, "ich komme mit allen gut klar." Mit den Tieren zu arbeiten, mache ihr sehr viel Spaß, "am meisten mit den Pferden." Hier kann sie sogar reiten, wenn sie möchte - da machen sich die vier Jahre Reitunterricht bezahlt. Aber auch das Ausmisten des Hühnerstalls gehört beispielsweise zu den Aufgaben.

Von der Tierpflege, über ein Projekt mit der Stiftung, Unterstützung bei der Kinderbetreuung im Objekt, Gartenarbeit bis hin zur Begleitung von Veranstaltungen reicht die Palette der Tätigkeiten, mit denen FöJ-ler auf dem Jugendbauernhof betraut werden. Ulrich Weimeister freut sich über die aufgeschlossene junge Frau und hofft, dass sie dem Haus für das Jahr erhalten bleibt. Immer wieder gab es in der Vergangenheit FöJ-ler, die falsche Vorstellungen hatten und ihren Einsatz abbrachen. Auf dem Jugendbauernhof können sogar zwei Stellen besetzt werden. Sollte es noch einen geeigneten Bewerber geben, kann er immer noch einsteigen, so Weimeister.

Die Österreicherin ist im Ort privat untergebracht. Mal eben über das Wochenende nach Hause fahren, kommt eher nicht in Frage. "Im Oktober fahre ich für eine Woche und dann wieder Weihnachten", erzählte sie. Auf jeden Fall will sie an einem freien Tag mal nach Berlin fahren. Leipzig hat sie gemeinsam mit den Workcampern schon kennengelernt.