Das Schloss in Zerbst wird am Sonntag zahlreiche Besucher zum Tag des offenen Denkmals anziehen. Die Mitglieder des Förderkreises werden dann einen neuen Raum zeigen, der so noch nicht zu sehen war. Sie haben eine Küche freigelegt.

Zerbst l "Macht nicht so viel Staub", ruft Dirk Hermann hinauf in das Treppenhaus. "Sonst muss ich alles nochmal abwischen", ruft er den Arbeitern hinterher. "Schon fertig", hallt es zurück und der Schleifer verstummt im gleichen Moment.

Der Vorsitzende des Förderkreises kneift die Augen zu, geht durch den neu freigelegten Raum des Schlosses und öffnet zwei Räume weiter eine große Tür. Licht dringt ein und frische Luft. "Die Handwerker", so erzählt er, "brauchen wir, damit sie das Treppengeländer anbauen. Das muss von einer Fachfirma erfolgen, damit wir auch Besucher hier herunterführen können."

Hier unten - das ist im Untergeschoss des Zerbster Schlosses, im noch erhaltenen Teil der "Corps des logis". Dort befindet sich eine Küche, welche die Mitglieder des Zerbster Förderkreises seit Mai freigelegt haben. "Am Sonntag werden wir die Küche bei Führungen zeigen", sagt Dirk Herrmann. Bislang war der Raum nicht zu betreten und nur aus dem Nebenraum besehbar.

In den vergangenen Monaten haben die Förderkreismitglieder sehr viele Arbeitsstunden in den neuen Raum gesteckt. "Der ganze Herd musste freigelegt werden, der war vermauert und mit Schutt verfüllt", erzählt Herrmann. Der Boden sei neu verlegt worden und für den Brunnen, der im Raum in die Tiefe geht, haben die Mitglieder eine Abdeckung besorgt. Der Herd, massiv aus Stein gefertigt, bietet Platz für fünf bis acht Töpfe, vielleicht mehr. "Er hat auch einen Ofen und eine Glutkammer - alles wie heute, nur nicht so kompliziert aufgebaut", erzählt der Vorsitzende.

Kochgeschirr aus dem 18. Jahrhundert haben die Mitglieder eigens besorgt. Originales aus dem Schloss selbst sei nicht mehr erhalten, fügt der Zerbster an. "Wir achten darauf, dass es so originalgetreu wie möglich ist", erzählt er weiter. Wie viel Geld die Aufbereitung der Küche, welche die größte von fünf Küchen war und als einzige erhalten ist, geflossen ist, könne er nicht genau sagen.

Schließlich zählen auch die Arbeiten der achten Sicherungsmaßnahme mit dazu. Darin enthalten ist die Wiederherstellung der Bedienstetentreppe. Sie erhält gerade das Geländer. Ohne die Treppe ist die Küche nur von außen zu erreichen.

Zu sehen ist die Küche mit dem passend zusammengestellten Inventar bei der Küchenführung, welchen die Schlossfördervereinsmitglieder am Sonntag gegen einen geringen Obolus anbieten.

"Dazu erzählen wir natürlich auch viel Wissenswertes aus dem Alltag in der Schlossküche", macht der Vorsitzende neugierig.

Die Mitglieder der Partnervereine des Fördervereins werden am Sonntag auch für Besucher bereitstehen. Die Mitglieder der Fasch-Gesellschaft zeigen die Ausstellung zum Thema: "Musik an der Zerbster Residenz". Die Mitglieder des Fördervereins "Katharina" machen die Bilderausstellung zum Lebensweg der russischen Zarin zugänglich. Zudem gibt es eine weitere Ausstellung in der Schlossfreiheit 12, dort wird eine Sammlung zu Katharina, der Großen gezeigt.

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