Zehn Minuten lang haben die Sportler Zeit, um pro Durchgang verschiedene Aufgaben mit ihrem Modellflieger zu erfüllen. Alles ohne Motor: 80 Starter aus 14 Ländern treten am Wochenende auf dem Zerbster Flugplatz gegeneinander an.

Zerbst l Fachleute sprechen von RC-Discus-Launch Gliding. Laien von Modellflugzeugen, die durch Wurfkraft zum Segeln gebracht werden. "Die Flugzeuge haben keinen Motor, aber alle Achsen sind beweglich und können ferngesteuert werden", erklärt Jörg Kegel. Er gehört zum Modellflugklub Zerbst und damit zum Gastgeber des internationalen Weltcup-Wettbewerbs am kommenden Wochenende. Die sportliche Organisation liegt in den Händen des Modellflugsportclubs der Technischen Universität Dresden.

Über 80 Starter aus bislang 14 Ländern haben sich bereits für den Wettkampf auf dem Zerbster Flugplatz angemeldet. "Israel, England, Russland, Ukraine, Belgien", zählt Jörg Kegel einen Teil der Starternationen auf. Jeder könne an dem Wettbewerb teilnehmen. Zumindest jeder, der über ein Modell-Segelflugzeug verfügt. "Die Spannweite der Modelle reicht bis zu 1,50 Meter", erklärt das Zerbster Vereinsmitglied die Details.

Was das Gewicht angeht, zählt der Grundsatz: "Je leichter desto besser." Rund 300 Gramm wiegen die Modelle. In die Luft geworfen werden die Flieger von den Sportlern nach eineinhalb Schleuderumdrehungen wie eine Diskusscheibe - und mit einer Geschwindigkeit von mehr als 100 Kilometern pro Stunde aus der Hand gelassen. "Dabei wird eine Höhe von bis zu 60 Metern erreicht."

Dann zählt es mit Hilfe einer Fernsteuerung den Flieger in der Luft zu halten - und die verschiedenen Aufgaben zu erfüllen. Je nach aktueller Flugaufgabe muss dann der Pilot bis zu fünf Mal innerhalb von zehn Minuten sein Modell in die Höhe werfen. "Dabei gilt es die aktuelle Windsituation richtig einzuschätzen", sagt Kegel. Um 8 Uhr startet am Sonnabend der erste Durchgang. Die Offene Internationale Deutsche Meisterschaft, die dann auf dem Zerbster Flugplatz startet, ist der größte Wettbewerb in dieser Klasse in Deutschland.

Die länderübergreifende Kooperation bei der Ausrichtung des Modellsportwettbewerbes habe eine lange Tradition, erklärt Jörg Kegel. "Bei der Jugend- und Freizeitwoche der Modellflieger im Jugendheim des Albert-Schweizer-Familienwerks in Steutz arbeiten Trainer und Betreuer der Luftsportverbände von Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Sachsen seit Jahren in den Sommerferien zusammen", heißt es in der Pressemitteilung des Deutschen Aero Clubs.

Einige der jungen Teilnehmer hätten mittlerweile sogar den Weg in die internationale Spitze des Modellflugsports gefunden. Vom Zerbster Fliegerklub nehmen sechs Piloten am Wettbewerb teil.