Aus Dänemark, Rußland, Taiwan und Israel sind Teilnehmer mit ihren Segelflugmodellen auf dem Zerbster Flugplatz angereist. Dort fand am Wochenende die Internationale Deutsche Meisterschaft RC-Discus-Launch Gliding statt. Unter den Piloten: sechs Zerbster.

Zerbst l 4.58. 4.57. 4.56. Die digitale Uhr in Übergröße auf dem Zerbster Flugplatz zählt unaufhörlich herrunter. 13 Segelflugmodelle schweben in der Luft. "So lange es beim Nieselregen bleibt, können wir mit dem Wettkampf weitermachen", sagt Friedmar Richter. Er gehört zum Modellflugsportclub Dresden und hat die Internationale Deutsche Meisterschaft im RC-Discus-Launch Gliding organisiert. Gastgeber ist der Zerbster Modellflugklub. Bereits zum zweiten Mal.

"Wir haben so eine große Fläche bei uns nicht zur Verfügung", erklärt Richter. 100 mal 90 Meter sind auf dem Zerbster Flugplatz für die Meisterschaft abgesteckt. "Noch zwei Minuten Restzeit", schallt es aus den Lautsprechern. Zehn Minuten haben die Piloten bei jedem Durchgang Zeit, um verschiedene Aufgaben zu schaffen. Eine davon: Fünfmal für zwei Minuten das Modell in der Luft zu halten.

0.00 zeigen die großen roten Zahlen am Feldrand an. Ende des Durchgangs. Fritz Besener läuft zurück zum Campingplatz. "Ich habe dreimal über eine Minute lang geschafft", erzählt der Zehnjährige stolz. Der Zerbster gehört zu den jüngsten Startern. In einem großen Zelt reiht sich ein Segelflugmodell an das nächste. Fritz hat bereits das zehnte in Gebrauch. "Für jede Situation braucht man ein anderes", erklärt der Pilot. Jeden Sonntag wird auf dem Zerbster Flugplatz geübt. "Wenn das Wetter gut ist auch mal unter der Woche abends."

Für diesen Sport müsse man nicht nur den Umgang mit der Fernbedienung verstehen, um die einzelnen beweglichen Achsen zu steuern, sondern auch seine Wurftechnik trainieren, erklärt Jörg Kegel vom Zerbster Verein. Denn: Die Modelle werden zum Start wie ein Diskus nach eineinhalb Schleuderumdrehungen in die Luft geworfen.

Und genau deswegen passt diese Hobby so gut zu Yvette Kilz. Die Zerbsterin ist am Wochenende die einzige Frau unter 75 Teilnehmern. Die Leichtathletin kam durch ihren Sohn zum Modellbau. "Der sportliche Vorteil passt natürlich prima", sagt Yvette Kilz. Bis vor einem Jahr hatten die Modelle, die sie in die Luft wirft, noch einen Meter Flügelspannweite. Jetzt sind es bereits ein Meter und 50 Zentimeter. "Da muss ich mich erstmal dran gewöhnen."

Neben ihr sind auf dem Zerbster Flugplatz noch 12 Nationen gestartet. Aus Großbritannien, Polen, Niederlande, Taiwan, Dänemark, Tschechien, Israel, Schweden, Rußland, Belgien, Ukraine und Lettland sind die Piloten angereist. Die verschiedenen Flaggen wehen am Wochenende vor dem Vereinsheim des Zerbster Luftsportvereins im Wind. "Die Sportler müssen eben auch ein Gespür für das Wetter entwickeln, was Aufwinde und Thermik betrifft", erklärt Organisator Friedmar Richter.

Wenn es nach ihm geht, findet nächstes Jahr die Meisterschaft wieder in Zerbst statt. Wenn es nach dem Zerbster Organisationsleiter Karl Heinz Kricheldorf geht, würde er zusätzlich "die Weltmeisterschaft herholen".

 

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