Mit 50 Mitgliedern war der Zerbster Stadtrat zu groß für den Ratssaal. Deswegen tagt das Gremium seit 2010 in der Stadthalle. Mit den 37 Mitgliedern könnte der Rat nun wieder im Ratssaal tagen - wenn die Akustik besser wäre.

Zerbst l Ein schallendes, hohes Echo macht das Zuhören im Ratssaal schwierig. "Die Stadträte hatten sich vor der Eingemeindung irgendwie damit arrangiert", erklärt Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD). Gut sei das jedoch nie gewesen. Als im Zuge der Eingemeindung der Stadtrat dann auf insgesamt 50 Personen anwuchs - Ortsräte konnten Vertreter in den Stadtrat entsenden, weil die dortigen Bürger das Gremium nicht hatten wählen dürfen - musste eine Ausweichmöglichkeit gefunden werden. "Wir zogen in die Stadthalle, somit war auch das Akustik-Problem gelöst", sagte Dittmann. Dort sprechen die Stadträte in Mikrofone, Lautsprecher machen das Gesagte klar und deutlich hörbar. Das soll nun auch im Ratssaal möglich werden. Anträge auf Förderung habe die Stadt bereits gestellt, noch in diesem Jahr erhoffe sich Dittmann einen positiven Bescheid. An die Programme Stadtumbau Ost und Altstadtsanierung seien die Anträge gestellt worden, erklärte der Bürgermeister. "Das sind die beiden Programme, die für uns in Frage kommen", fügte er an und ergänzte: "Noch ist nichts fix, aber in einer Vorab-Info gab es positive Zeichen für diesen Antrag." Auf rund 33 000 Euro belaufe sich die Antragssumme.

Dafür sollen Technik und Akustikbauelemente angeschafft werden. "Mikrofone verursachen da noch die geringsten Kosten", meinte Andreas Dittmann. "Es geht vielmehr um die Lautsprecher und welches Soundsystem sich am besten eigne", präzisierte er. Darüber hinaus seien die Akustikbauelemente recht teuer, schließlich müssen auch die Auflagen des Denkmalschutzes erfüllt werden.

Ob dann tatsächlich nach dem Umbau auch die Stadtratssitzungen wieder im Ratssaal stattfinden, könne er nicht sagen, so Dittmann. "Ich würde mich freuen, dass wieder im Haus zu machen." Allerdings müsse auch weiterhin genug Platz für die Ortsbürgermeister vorgehalten werden, "sie haben ja eine beratende Funktion", fügte er an. Zudem kommen zu bestimmten Themen auch Bürger, die ebenfalls untergebracht werden müssten. Da seien die Grenzen des Ratssaals schnell erreicht. Platzprobleme gebe es hingegen in der Stadthalle nicht. "Sie ist auch gut zu erreichen, barrierefrei und ebenfalls unser eigenes Haus." Allerdings finden dort auch andere Veranstaltungen statt. "Im Zweifelsfalle müssen wir dann in den Fasch-Saal ausweichen und der ist nicht barrierefrei. Dann wäre es natürlich gut, den Ratssaal zu haben", betonte er.

Generell soll der Saal wieder für Veranstaltungen nutzbar gemacht werden. "Weil er einfach schön ist." Der jüngste Versuch, in ihm zu tagen, sei von den Mitgliedern des Abwasserzweckverbandes unternommen worden. "Die kommentierten die Akustik so: Hier tagen wir nie wieder." Und das könne ja nicht der Sinn eines solchen Raumes sein, bemerkte Andreas Dittmann.