Zerbst l Jahrgang 1924 feierte Alfred Hoffmann gestern seinen 90. Geburtstag. "Wir haben alles mitgemacht", blickte der gebürtige Schlesier zurück. Als junger Mann erlebte er nicht nur hautnah den Zweiten Weltkrieg mit, in dessen Folge er in amerikanische Gefangenschaft geriet. Auch von der Vertreibung aus seiner Heimat, die ihn in die Region Zerbst brachte, berichtete er. Aus Badewitz stammte ein "Kriegskumpel", der ihn dorthin mitnahm. Bei ihm arbeitete der Jubilar in der Landwirtschaft.

In dem Metier kannte er sich aus. "Wir haben zu Hause eine Landwirtschaft gehabt. Da waren wir Kinder beschäftigt", erzählte Alfred Hoffmann von seiner Schwester. Und davon, dass er die Familientradition als selbstständiger Bauer fortführte. Schweine, Kühe, Hühner, Enten und eine Ziege gab es da auf dem Hof. Mit Schaffung der LPG betrieben sie noch einige Jahre Individuallandwirtschaft, erinnerten sich die beiden Töchter. Denn dass Alfred Hoffmann in der Region verwurzelte, hing mit seiner Elfriede zusammen, die er in Straguth kennenlernte und in die er sich verliebte. Inzwischen ist der 90-Jährige dreifacher Opa und sogar fünffacher Uropa.

Und er ist immer noch äußerst agil. Täglich dreht Alfred Hoffmann zu Fuß seine Runden, steigt Treppen und geht spazieren. Denn: Bewegung hält fit. Auch, dass er immer nur mäßig Alkohol getrunken und nie geraucht hat, nannte der rüstige Senior als Gründe für sein hohes Alter, das zudem in den Genen zu liegen scheint. Dabei weiß das einstige Feuerwehrmitglied durchaus zu feiern wie beispielsweise früher bei den Erntedankfesten, bei denen sie mit geschmückten Wagen durchs Dorf fuhren.

Seit April 2013 lebt der Jubilar in der Senioreneinrichtung "Am Plan". Dort erhielt er am Dienstag neben seinen Kindern ebenfalls Besuch von Bürgermeister Andreas Dittmann, der ihn zu seinem runden Geburtstag gratulierte.