Bundesweit startete die Polizei gestern früh einen Blitzer-Marathon. Auch in Zerbst waren Beamte in der Roßlauer Straße mit einem Radarmessfahrzeug im Einsatz. Einige Temposünder gingen ihnen auf der innerörtlichen B 184 in die Blitzerfalle.

Zerbst l Kurz hinterm Ortseingang aus Richtung Dessau hat Peter Wolf das Radarmessfahrzeug geparkt. Seit 6 Uhr blickt der Polizeihauptmeister auf den Bildschirm und beobachtet den hinter ihm fließenden Verkehr auf der Roßlauer Straße. Sein Augenmerk gilt den Kraftfahrern, die es auf der B 184 etwas eiliger haben als die erlaubten 50 km/h. Halb verborgen unter einem Baum steht auf einem Grünstreifen hinter dem Radweg das Messgerät. "Es misst in beide Richtungen", erläutert der Beamte. Bei einem Temposünder lösen Blitz und Kamera aus, die Fotos werden später zur Bußgeldstelle nach Magdeburg geschickt.

In den ersten vier Stunden verzeichnet Peter Wolf unter gut 2300 Fahrzeugen rund 26 Verstöße. Die meisten halten sich an die Geschwindigkeit. Immerhin ist es kein Geheimnis, dass geblitzt wird. Bundesweit ist in den Medien auf den Blitzer-Marathon hingewiesen worden. Auch die Messstellen wurden veröffentlicht, obwohl nicht jede gestern besetzt ist. "Wir sind auch an anderen Stellen", erläutert Uwe Platz, dass bei der Planung der Aktion nicht jede Baustelle bekannt gewesen sei. "Da haben wir operativ entschieden, wo wir messen", erklärt er. Berücksichtigt wurden unter anderem Unfallschwerpunkte. Zugleich griffen die Beamten Beschwerden von Bürgern auf, die sich über Raser beklagt haben.

Im Landkreis sind an diesem Tag zehn Beamte im Einsatz. Während sie im Raum Köthen und Bitterfeld mit vier Laserpistolen an wechselnden Orten Temposündern auf der Spur sind, entgeht dem Großmessgerät in Zerbst kein zu rascher Fahrer. "Manche sagen, das ist Abzocke. Mit den Geschwindigkeitskontrollen betreiben wir eine permanente Verkehrsüberwachung", betont Peter Wolf. Die meisten Überschreitungen, die er bis zum Mittag dokumentiert, bewegen sich im Verwarngeldbereich. Das heißt, bis zu 20 km/h sind die Geblitzten zu schnell. Es gibt jedoch auch erhebliche Ausreißer. "Der Schnellste war ein Motorradfahrer mit 106 km/h", erzählt Peter Wolf. Der schnellste Pkw ist mit 83 km/h in die Radarfalle getappt. Ein ähnliches Bild zeichne sich für den gesamten Kreis ab, blickt Uwe Platz am Nachmittag voraus. Zu dem Zeitpunkt ist der deutschlandweite Blitzer-Marathon längst nicht abgeschlossen. Über 24 Stunden erstreckt sich die Kontrollaktion. Hintergrund ist, dass fast ein Drittel aller Unfälle mit Schwerverletzten und Toten passieren, weil Kraftfahrer zu schnell unterwegs sind. So fährt das Radarmessfahrzeug von Zerbst aus schließlich nach Bonitz weiter.

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