Zerbst l Zahlreiche Eltern können es bestätigen: Kinder nehmen sich an allem ein Beispiel. Sie lernen von dem, was sie sehen, egal ob Familie oder Fremde. Deshalb ist ein gepflegter und gesunder Umgang wichtig. Auch in der Kindertagesstätte muss darauf geachtet werden. Die Krankenkasse AOK startet deshalb das Programm zur Gesundheitsförderung "JolinchenKids - Fit und gesund in der Kita". Das Konzept wurde bereits in verschiedenen Bundesländern getestet und beginnt nun deutschlandweit. Der offizielle Start für Sachsen-Anhalt war am Mittwoch. Das ganzheitliche Gesundheitsförderprogramm berücksichtigt die jeweiligen Rahmenbedingungen der einzelnen Kindergärten.

"Kinder sind sehr aufnahmebereit. Deshalb ist es wichtig, früh mit einer gesunden Lebensweise zubeginnen."

Susanne Neppert, AOK

Die freie Kita in Zerbst war eine der ersten Kindertagesstätten, die an dem neuen Projekt teilnehmen. Es besteht aus fünf Modulen: gesunde Ernährung, Bewegung, seelisches Wohlbefinden, Elternarbeit und Erziehergesundheit. Die Kinder sollen körperlich und emotional stark gemacht werden. Da die Kitas freie Wahl haben, mit welchem der Punkte sie beginnen, entschieden sich die Zerbster für das Modul Bewegung. "Das Wetter ist ideal und deshalb haben wir im Garten vier Stationen aufgebaut", sagte Silke Alarich, Leiterin der freien Kita. Da die Eltern auch in das "JolinchenKids" Projekt miteinbezogen werden, kamen zur Eröffnung nicht nur die Kinder. Die schwierigsten Aufgaben können schließlich am besten mit Mama und Papa erfüllt werden.

Susanne Neppert, Koordinatorin der Prävention bei der AOK, stellt während der Begrüßung das Programm noch einmal vor. Sie erklärt, dass es drei Jahre dauere und kostenfrei sei. AOK-Mitarbeiter begleiten die Kitas in dieser Zeit und unterstützen die Erzieher mit Workshops, Materialien und Schulungen. "Kinder sind sehr aufnahmebereit. Deshalb ist es wichtig, früh mit einer gesunden Lebensweise zu beginnen. Wer mit Sport und ausgewogener Ernährung aufwächst, ist eher bereit, auch im späteren Leben daran festzuhalten", so Susanne Neppert. "Ich betreue seit langem Kinderprojekte, und es ist mir wichtig, dass die Eltern und Erzieher ein richtiges Umfeld bieten."

Grund für das Konzept ist die Verbesserung des Vorgängers "TigerKids". Dieses Projekt hat die Eltern und Erzieher nicht direkt integriert und hatte nach sieben Jahren in Sachsen-Anhalt einige Punkte aufgebracht, die geändert werden können. Das neue Programm ist ein wenig aufwändiger, da es nun mehr Module gibt. In Sachsen-Anhalt sind nur zwölf Kindergärten angenommen worden. Das Maskottchen Jolinchen ist ein Drachenkind, das bei der Krankenkasse AOK schon länger benutzt wird. Jetzt hat es ein eigenes Programm.

So lernen sie gleich, wie man sich gesund ernährt."

Silke Alarich, Freie Kita

"TigerKids" hatte sehr lange Wartelisten und die freie Kita wartet schon einige Jahre darauf, dass sie angenommen wird. Die Mitarbeiter des Kindergartens freuen sich über die Chance, endlich am Programm teilzunehmen, und bereiteten die Eröffnung gründlich vor. "Am Vormittag haben wir mit den Kleinen Brötchen gebacken und Apfelsaft aus dem eigenen Garten gepresst. So lernen sie gleich, wie man sich gesund ernährt", sagt Silke Alarich. Für das Buffet, das nach dem sportlichen Teil serviert wurde, haben sie außerdem Dips und einen bunten Obstsalat zusammengestellt. Vor der Schlemmerei bewegten sich die Kinder.

Während die Kinder sich auf die vier Stationen verteilten, erklärte Silke Alarich worum es jeweils geht. Als Erstes sollten die Kleinen das Balancieren üben. Die Kleinen legten sich Bierdeckel auf den Kopf und trugen eine Kastanie auf einem Löffel vor sich her. Dabei mussten sie einen Parcours absolvieren. Danach ging es an die Slackline. Das ist ein elastisches Band, das an den Enden unter leichter Spannung befestigt wird. Es ist zwischen fünf und zehn Zentimeter breit. Darauf wurde ebenfalls das Gleichgewicht trainiert. Bei der nächsten Station war Geschicklichkeit gefragt. Neben einem Trampolin und einem Weg aus Eierkartons mussten die Kinder zusammen mit ihren Eltern über Kastanien laufen, ohne hinzufallen. Als Letztes ging es an die Schaukel. Dort sollten sie sich mit dem Bauch drauflegen und Schwung holen. Zusätzliche Schwierigkeit dabei: Papieräpfel und -birnen in Körbe werfen. Die Kinder mussten sämtliche Punkte mit ihren Eltern abschließen und sich einen Stempel auf der selbstgebastelten Medaille abholen. Danach wurde gegessen. Der Nachmittag ging im Anschluss daran mit einem gemütlichen und gesunden Picknick für alle zu Ende.

 

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