Die Ortschaft Leitzkau hat in diesem Jahr ein besonderes Geburtstagskind. Die Kirche St. Petri wird 900 Jahre alt. Mit einem Festgottesdienst feierte die Gemeinde das Jubiläum.

Leitzkau l "Als in Magdeburg mit dem Bau des Magdeburger Doms begonnen wurde, stand die Petrikirche in Leitzkau schon 100 Jahre", leitete Superintendentin Ute Mertens den Festgottesdienst zum 900-jährigen Bestehen der Leitzkauer Petrikirche ein. Viele Glückwünsche hatte das besondere Geburtstagskind in der vergangenen Woche schon erhalten, immerhin war eine Festwoche dem Festgottesdienst mit ganz unterschiedlichen Aktivitäten vorausgegangen.

900 Jahre St. Petrikirche - im wahrsten Sinne des Wortes ein biblisches Alter. "Ein paar Falten, ein paar Risse, aber ansonsten sieht sie nicht schlecht aus, die alte Dame", scherzte die Superintendentin. Das ist nicht zuletzt der rührigen Gemeinde zu verdanken.

Bereits zu DDR-Zeiten begann die Gemeinde die Kirche zu sanieren und nötige Instandhaltungsmaßnahmen durchzuführen. Das Kirchendach wurde 1977 komplett neu eingedeckt. Die Glocken wurden überarbeitet und mit elektrischem Antrieb versehen, die Kirchturmlaterne wurde in einem Drei-Jahres-Marathon und unter erheblichen Materialmangel 1976 bis 1979 erneuert.

1988 gab es eine große Rundum-Verschönerung. Sie fand komplett in Eigenregie der Gemeinde statt. Dachstuhl und Deckenbalken wurden erneuert und Schwamm beseitigt. Das Kirchenschiff bekam eine Komplettüberholung. Holzböden wurden teilweise saniert, Putzschäden beseitigt, Mauern wurden geöffnet, alte Eingänge geschlossen, die gesamte Elektroanlage erneuert.

Nach der Wende war man stets bemüht, "die alte Dame" in Schuss zu halten. 1992 startete die Instandsetzung der Außenmauer. Außerdem erhielt die Orgel, die es seit 1882 in der Kirche gibt, mit einem Elektromotor. Das Kruzifix wurde restauriert und die Fenster der Fürstenloge erneuert.

Auch wenn mittlerweile 440000 DDR-Mark und 100000 DM geflossen sind, noch sind nicht alle wichtigen Arbeiten getan. Abgesehen davon, dass es an so einem alten Gotteshaus vermutlich immer etwas zu tun geben wird, steht noch Dringliches an. Die Außenwände an Nord- und Südseite müssen noch saniert werden. Der Turm benötigt Ausbesserungen. Mittlerweile gibt es gar Zweifel an der Standfestigkeit des Fundamentes. Für diese Arbeiten wurde bereits 1994 ein Kostenvoranschlag kalkuliert: 450 000 DM ist darin vermerkt. Vielleicht hilft das Jubiläum ein kleines Stück, sich der Umsetzung dieser Arbeiten anzunähern, denn beim Festgottesdienst war jeder Platz besetzt, viele der Gäste spendeten zu dem besonderen Anlass.

Zahlreiche Gäste aus Leitzkau, aus Ladeburg und Freunde der Gemeinde waren gekommen,. So mancher lehnte sich zurück, den alten Raum, die Orgelmusik und ein wenig Geschichte auf sich wirken zu lassen. Ute Mertens erinnerte: "Sie hat schon eine ganze Menge miterlebt, diese alte Kirche. Wie sich Martin Luther durchsetzte, wie der Gesang mal mehr oder mal weniger kräftig in ihr hallte, wie Kinder getauft wurden und Konfirmanden sich langweilten, wie sie Zufluchtsstätte in schweren Zeiten wurde, wie sich Menschen um sie kümmerten, wie auch Frauen das Wort Gottes verkünden, wie kritische Stimmen laut wurden und natürlich wie Fröhlichkeit, Dankbarkeit, Angst und Trauer die Menschen stets begleiten."

Damit die Geschichte weitergeht und dann auch das 1000. Jubiläum gefeiert werden kann, hofft die Gemeinde, die nötigen Erhaltungsarbeiten in Zukunft umsetzen zu können.

 

Bilder