Zerbst l Noch bis zum 5. Oktober ist die Wanderausstellung "Heimat im Krieg 1914/18" im Museum der Stadt Zerbst zu sehen. Seit ihrer Eröffnung im Juli konnten über 1000 Besucher gezählt werden. Darunter befanden sich viele Schulklassen, wie Agnes-Almuth Griesbach schildert.

Zugleich berichtet die Museumsleiterin von all den Exponaten, die den anschaulichen Blick auf die Auswirkungen des Ersten Weltkrieges bis weit hinein in den Alltag der Menschen bereichern. Neben den privaten Leihgaben hiesiger Familien stellten die Kirchgemeinden Stücke wie Nagelkreuze oder Gedenktafeln zur Verfügung. Vor allem jedoch kamen stetig weitere Funde hinzu, so dass der regionale Bezug der Ausstellung immer weiter zunahm.

Gleich im Eingangsbereich weist Agnes-Almuth Griesbach auf eine Glasvitrine hin. Darin findet sich der Urlaubsschein für den Schützen Wenzel aus Töppel, der vom 15. Juli bis zum 9. August 1914 Urlaub nehmen wollte. Allerdings kam die deutsche Mobilmachung seinen Plänen dazwischen, wie das erhaltene Telegramm beweist, in dem er sofort in die Kaserne zurückbeordert wurde. Darüber hinaus ist sein Soldbuch erhalten, das von seiner Kriegsteilnahme bis zur Demobilisierung am 22. November 1918 erzählt. "65 Mark Marschgeld hat er bekommen", bemerkt die Museumsleiterin hinsichtlich der Geldstücke, die neben den Dokumenten liegen.

Angewachsen sind in den zurückliegenden Wochen ebenfalls die Ordner, in denen die Besucher interessante Fakten nachlesen können. "Denn nicht alles konnte ausgestellt werden", erläutert Agnes-Almuth Griesbach. Neuester Einleger ist die Kriegsmappe "Sieben Monate vor Verdun 1916" von Albrecht Leister, die eindrucksvolle Steindrucke beinhaltet.