Für den Reudener Streusel- oder Speckkuchen kann man schon mal die Fahrt bis an den Rand des Landkreises, ja bis kurz vor die Grenze zum Land Brandenburg, aufnehmen. Bei bestem Wetter fanden sich zahlreiche Gäste ein, um sich den Kuchen aus dem Dorfbackofen schmecken zu lassen.

Reuden/Anhalt l Wieviele Kuchen wurden gebacken? Bernd Lorenz war zwar direkt am Ofen zu Gange, aber er verwies lieber auf seine Frau, die da ganz genau Bescheid wüsste. Als Kopf vom Traditionsclub Reuden hatte Anne Lorenz die Statistik auch sofort abrufbereit: zwölf Streuselkuchen, zwölf Speckkuchen, sechs Bleche Kirschstreusel- und diesmal auch sechs Bleche Pflaumenkuchen. Ach ja, und 70 Brote. Beim Backen sind es immer die gleichen Rezepte, die irgendwann aus dem Dorf, von den Vereinsmitgliedern, eingebracht wurden. Verraten werden die natürlich nicht."Sonst würden ja alle so backen", lachte Anne Lorenz.

Bernd Lorenz kann indes versichern, dass nichts anbrannte oder schiefging. Am Ofen im Backhaus standen ihm Ralf Schröpfer und Sebastian Letz zur Seite. Die beiden hatten im vergangenen Jahr schon mal ausgeholfen. Die Herren haben also das Regime im Backhaus übernommen. "Friedchen Natho schaut ab und zu mal herein", so Bernd Lorenz.

Am Donnerstag wurde der Ofen vorgeheizt, am Freitag konnten schon die süßen Kuchen und das Brot gebacken werden. Am wichtigsten aber ist, dass der Speckkuchen zum Fest frisch aus dem Ofen kommt - dann schmeckt er am besten.

Am Vortag waren die Frauen vom Verein und aus dem Dorf fleißig beim Zubereiten, Zwiebeln und Speck schneiden etc., gewesen. Das ist kein Zuckerschlecken. Und am eigentlichen Festtag sind es auch nicht nur die gerade mal zehn Vereinsmitglieder, die mithelfen. Da sind die Ehemänner gefragt, da helfen Kinder und Bekannte. Anne Lorenz weiß das zu schätzen und dankt allen für ihre Unterstützung. Schade fand sie es allerdings, dass in Zerbst gleichzeitig Bollenmarkt und in Grimme Apfeltag war und man hier keine bessere Abstimmung finden kann.

Die Backkünste der Frauen des Traditionsclubs sind in diesem Jahr noch einmal gefragt, wenn der Museumsverein Reuden zum Martinsmarkt auf das Gelände der Bauernkate einlädt. Ansonsten gehört das gemeinsame Reisigsammeln zu den Aktivitäten des Clubs. Ja, da wird noch direkt Reisig aus dem Wald geholt, erzählte Anne Lorenz. Aber im Bündel auf dem Rücken brauchen es die Frauen heute nicht mehr nach Hause zu schleppen. Das wird dann mit Trecker und Hänger zum Backhaus gebracht.

Vor dem Backhaus war am Sonnabend wieder das Festzelt aufgebaut, wo die Gäste sich zu Kaffee und Kuchen oder auch Herzhaftem vom Grill niederlassen konnten. Darin spielte auch das Wiesenburger Blasorchester. Für die Kinder gab es eine kleine Hüpfeburg. Immer mal wieder hallten Schüsse vom Tontaubenschießen herüber. Dorfmuseum und Bauernkate konnten besichtigt werden.

 

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