Nach Ablauf des Ortsrechtes gilt für die 2010 eingemeindeten Ortsteile das Ortsrecht der Stadt Zerbst. Da in den Dörfern bisher viele verschiedene Einzelsatzungen existierten, wurden von der Verwaltung Satzungen für das gesamte Gebiet erarbeitet, wie zum Beispiel die Baumschutzsatzung.

Walternienburg/Hohenlepte l Von den Satzungen zum Schutze des Baumbestandes gibt es 13 verschiedene für die Ortsteile und die Kernstadt, erklärte Ute Schilling vom Grünflächenamt der Stadtverwaltung. Ab Januar ist nur noch eine Satzung maßgebend, eine Zusammenfassung quasi, die vor allem Vereinfachung in der Handhabung bringen soll.

Ute Schilling machte die ersten Ortschaftsräte mit den wesentlichen Änderungen vertraut. Waren bisher Bäume ab einem Stammumfang zwischen 30 und 50 Zentimeter geschützt, soll dies künftig nur noch für Laubbäume ab einem Stammumfang von 100 Zentimetern gelten. Nicht mehr unter Schutz stehen außerdem Bäume auf bebauten Grundstücken, die kleiner als 300 Quadratmeter sind, Nadelbäume, Hybridpappeln und abgestorbene Bäume. Ohne Antrag können diese ab dem nächsten Jahr gefällt werden.

Verbotene und erlaubte Handlungen werden in der neuen Satzung eindeutiger formuliert, so Schilling weiter. Neue Regelungen gibt es dann auch bei den Ersatzpflanzungen. Für jeden entfernten Baum ist ein Laubbaum, das kann auch ein Obstbaum sein, zu pflanzen. Art und Größe sind freigestellt, so dass hier die Kosten für den Bürger reduziert werden. Unter Umständen würden Heckenpflanzungen als Ersatzpflanzung genehmigt. Auch Ausgleichzahlungen sind möglich. "Alles ist viel einfacher gestaltet als vorher", versicherte Ute Schilling. Die entsprechenden Anträge können dann im Internet abgerufen werden oder sind direkt in der Zerbster Stadtverwaltung zu haben.

Im Walternienburger Ortschaftsrat war es Margitta Steinz, die hinterfragte, warum überhaupt eine Baumschutzsatzung nötig wäre und sieht eher eine private Bevormundung darin. Es gäbe auch Kommunen, die ohne auskämen. In Walternienburg wurde der Satzungsentwurf schließlich mit fünf Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen bestätigt. In Hohenlepte gab es keine Fragen und eine einstimmige Bestätigung.

Die Baumschutzsatzung ist nur ein Tagesordnungspunkt von vielen, zu denen alle Ortschaftsräte derzeit angehört werden. Am Montag sind die Lindauer an der Reihe.