"Wir sind überwältigt, denn mit so vielen Besuchern hatten wir nicht gerechnet", freute sich am Freitagnachmittag, Ellen Schmidt, Schatzmeisterin des Fördervereins der Freiwilligen Feuerwehr Deetz. Der Verein und das Blasorchester der Deetzer Wehr hatten zum Blasmusikfest eingeladen.

Deetz l Es passe gut zum Tag der deutschen Einheit, dass drei Blasorchester Freiwilliger Feuerwehren aus drei verschiedenen Bundesländern gemeinsam musizieren, erklärte der Leiter der gastgebenden Deetzer Blasmusikanten der Freiwillgen Feuerwehr, Ralf Schmidt. Er begrüßte das regelmäßig in Deetz auftretende Blasorchester der Freiwilligen Feuerwehr aus dem brandenburgischen Görzke. Zum ersten Mal dabei war hier der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Wenningsen aus Niedersachsen.

Der Musikzugführer Carsten Mehlhop erzählte den zahlreichen Gästen im großen Gerätehaus und im Freigelände, dass dieser Besuch dem Zerbster Christoph Lux zu verdanken sei, der im Deetzer Blasorchester mitspielte und manchmal auch immer noch mitspielt, arbeitsbedingt ins Niedersächsische kam, dort den Wenningser Musikzug kennenlernte und inzwischen dazu gehört.

Der opulent besetzte Musikzug, der bereits seit 1920 besteht, reiste mit 30 Musikerinnen und Musikern unter Leitung des Hauptstabführers Erich Minsch an. Die Deetzer und Görzker Blasmusikanten blickten sicher etwas neidvoll auf die vielen jungen Musikerinnen und Musiker im Wenningser Ensemble.

Nachwuchsmusiker gesucht

"Wir würden uns sehr freuen, mehr junge Musiker in unseren Orchester zu haben", erklärte der musikalische Leiter der Deetzer Blasmusikanten, Günter Schmidt, und appellierte an mögliche Interessenten.

Er war es auch, der zum musikalischen Auftakt des Programms das 55-köpfige vereinte Orchester der drei Klangkörper mit dem 1864 vom sächsischen Militärmusiker Friedrich Spohr komponierten Marsch "Gruß an Kiel" dirigierte. Das große Klangvolumen, der mitreißende Rhythmus und die solistischen Sequenzen einzelner Instrumentengruppen wurden vom Publikum sofort mit viel Beifall aufgenommen.

Im weiteren Verlauf des Nachmittags unterhielten die drei Orchester ihr Publikum abwechselnd mit eigenen Programmteilen. Mittendrin oder in den kürzeren Pausen nutzen die Gäste die Gelegenheit, sich mit Kuchen, Kaffee und anderen Getränken zu versorgen.

Die Deetzer begannen mit der "Fuchsgraben-Polka" und stellten danach mit der quasi Ortshymne "Unser Deetz", von Günter Schmidt gesungen, ihren Heimatort musikalisch vor. Schmidt hatte vor vier Jahren zur Melodie des Odenwaldliedes den Deetzer Text geschrieben. Die Görzker "legten" mit von einem gesungenen Duett "Grüße aus Görzke" nach.

In ihrem ersten Programmbeitrag präsentierte der Wenningser Musikzug die klangreiche Polka "Böhmischer Traum". Das Blasorchester verfügt mit Saxofonen, Flöten, Klarinetten, Posaunen, einer starken Trompetenabteilung, drei Hörnern und drei Tuben sowie auch Schlagwerk über eine Art Big-Band-Besetzung, die reizvoll arrangierte Stücke spielte. Darunter - passend "ausgestattet" - die mitreißende "Blues Brother-Revue".

Musikalisch erlebten die Zuhörer eine konzertante abwechslungsreiche und kurzweilige Vielfalt, die von Märschen, Walzern bis zu Polkas und mehr reichte ...

Die Musikerinnen und Musiker, durchweg Laienkünstler mit Liebe zur Blasmusik, erhielten stets den verdienten Beifall der Zuhörer.

Während des Nachmittags nutzte die Leitung der Freiwillgen Feuerwehr Deetz "vor großem Publikum" die Gelegenheit, ihrer Jugendfeuerwehr zum 50. Jahrestages des Bestehens zu gratulieren (die Volksstimme berichtet gesondert).

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