Zerbst l Mit dem Ausbau der Bundesstraße (B) 184 in Zerbst erfolgte gleichzeitig die Rekonstruktion der Ampel im Kreuzungsbereich Roßlauer Straße/Marcellstraße/Lusoer Straße. In dem Zuge fand nicht nur eine komplette Überarbeitung der Signalsteuerung der Anlage statt. Gleichzeitig wurden an zwei Fußgängerübergängen auf Anforderung der Stadt Zerbst neue Blindensignale nachgerüstet, die sowohl akustisch als auch mit Vibrationen die Grünphase ankündigen. Damit wiederum verschwanden die vormals vorhandenen Grünen Pfeile. Die für diese Entscheidung zuständige Straßenverkehrsbehörde des Landkreises Anhalt-Bitterfeld hatte sie als nicht genehmigungsfähig bewertet. Zumal die zu beachtenden Vorschriften die gleichzeitige Ausrüstung von Blindensignalen und Grünpfeilschildern nur sehr eingeschränkt zulassen. Unter anderem heißt es da: "... An Kreuzungen und Einmündungen, die häufig von seh- oder gehbehinderten Personen überquert werden, soll die Grünpfeilregelung nicht angewendet werden."

Unabhängig davon musste wiederholt beobachtet werden, dass "Verkehrsteilnehmer eine sehr eigenwillige Verhaltensweise der Grünpfeilregelung praktizierten. Das sich hieraus ergebende Gefahrenpotenzial für die Bürger, insbesondere die sehschwachen Einwohner, ist als gravierend einzuschätzen." Das erklärte Oliver Grafe, Leiter des Regionalbereichs Ost der Landesstraßenbaubehörde (LSBB) Sachsen-Anhalt, Anfang August. Seine Antwort war eine Reaktion auf Nachfragen aus der Bevölkerung, weshalb die Grünen Pfeile nicht wieder angebracht wurden. Die Fragenden argumentierten mit teils erheblichen Wartezeiten an der Ampel.

Seit Kurzem allerdings bietet ein Grüner Pfeil Kraftfahrern nun plötzlich wieder die Möglichkeit, mal rasch eine Verkehrslücke zu nutzen und bei Rot von der Marcellstraße nach rechts auf die B 184 abzubiegen. "Es ist von der Straßenverkehrsbehörde entschieden worden, die Grünen Pfeile drei Monate zu testen", begründet Oliver Grafe die aktuelle Situation. Er verweist auf die damalige Bürgeranfragen, die von der LSBB an die Straßenverkehrsbehörde des Kreises zur abschließenden Bearbeitung weitergeleitet worden waren. In Reaktion darauf erfolgte jetzt das Wiederanbringen der Grünen Pfeile - jedoch wie erwähnt vorerst nur befristet. In den nächsten Wochen soll das Verkehrsgeschehen in dem Kreuzungsbereich beobachtet werden. "Danach erfolgt eine neue Bewertung", erklärt der Regionalbereichsleiter. Es bleibt also abzuwarten, ob die Grünen Pfeile nach der Testphase wieder abmontiert werden oder ob sie an der Ampelanlage bleiben.