In der Nacht zum Mittwoch versuchten unbekannte Täter in das Zerbster Anglerheim einzubrechen. In das Gebäude hinein kamen sie nicht. Stattdessen hinterließen sie ihre zerstörerischen Spuren an Türen und Treppenstufen.

Zerbst l "Das verstehe ich nicht. Hier einzubrechen, lohnt sich nicht." Michael Kirchner kann über den dreisten Versuch, gewaltsam in das Anglerheim einzudringen, nur den Kopf schütteln. "Wir haben nichts. Unser Kapital schwimmt im Wasser", erklärt der Vorsitzende des Zerbster Anglervereins. Weder Geld noch wertvolle Technik lagert in dem Flachbau an der Kiesgrube.

"Wir haben nicht mal Angelruten hier", bemerkt er mit Blick auf den Schaden, den die unbekannten Täter in der Nacht zum Mittwoch angerichtet haben. Die Spuren zeugen davon, wie sie an sämtlichen Türen des Gebäudes versucht haben, ins Innere vorzudringen. Mit Brecheisen oder ähnlichem gingen sie anscheinend vor - in Anbetracht der aufgesplitterten hölzernen Rahmen und Blenden. Und tief in den Putz haben sich Rillen gegraben. Welche Kraft sie aufgebracht haben, um die Türen aufzuhebeln, beweist ebenfalls eine gebrochene steinerne Treppenstufe.

Trotz aller offensichtlicher Bemühungen schafften es die Täter nicht, in das Anglerheim hineinzukommen. Und dennoch: Der Sachschaden für den Verein, bei dem es nichts zu holen gibt, ist immens. "Wenn ich solch eine Tür ersetze, kostet das 4000 bis 5000 Euro", schätzt Michael Kirchner. "Wir sind abhängig von unseren Mitgliedern, deren Arbeit und Sponsoren", gibt er zu bedenken.

Zumal es leider nicht das erste Mal ist, dass das für Mitgliederversammlungen und private Feierlichkeiten genutzte Anglerheim das Ziel von Einbrechern wurde. Und das, obwohl es alarmgesichert ist. Wer hier mutwillig eindringen will, muss damit rechnen, dass in kürzester Zeit ein Wachdienst vor Ort ist. Auch Randalierer hinterließen auf dem Gelände der Petrijünger bereits ihre zerstörerischen Spuren. "Für uns ist solch ein Schaden immer teuer", sagt Michael Kirchner.

Den aktuellen Einbruchsversuch hat der Anglerverein bei der Polizei angezeigt. Beamte waren vor Ort, schauten sich die Situation an und nahmen alles auf. Ob die Täter gefunden werden, ist ungewiss.

Das gilt auch für den zweiten gestern gemeldeten Fall. Zwischen Dienstag 20.15 Uhr und Mittwoch 1 Uhr drangen Unbekannte in einen Supermarkt in der Lindauer Gartenstraße ein. Sie durchsuchten verschiedene Räumlichkeiten. Der Sachschaden kann gegenwärtig noch nicht beziffert werden. Die Ermittlungen dauern an.