Die mittelalterliche Zerbster Stadtmauer neigt sich im Bereich des Klosterhofs nach innen. Mit Stützpfeilern soll einer weiteren Schieflage entgegengewirkt werden. Die Gesamtkosten für Sicherung und Instandsetzung des historischen Mauerwerks sind mit 260 000 Euro veranschlagt.

Zerbst l Zwischen dem Großen bis hin zum Kleinen Klosterhof muss die Stadtmauer auf einer Länge von etwa 100 Metern gegen Schieflage gesichert werden. Das historische Bauwerk hat sich dort aufgrund der Hanglage oberhalb der Nuthe und des fehlenden Fundaments nach innen geneigt. Um zu verhindern, dass das mittelalterliche Gemäuer noch weiter kippt, investiert die Stadt eine sechsstellige Summe. Mit Kosten von insgesamt 260 000 Euro wird gerechnet. "Die Finanzierung erfolgt ausschließlich aus dem städtischen Haushalt. Die Mittel wurden entsprechend eingeplant", führt As- trid Klausnitzer, Amtsleiterin Zentrale Dienste, aus.

Zur Vorbereitung der längerfristigen Maßnahme fand bereits Mitte September eine Bürgerversammlung statt. Bei dieser wurden die Eigentümer der hier direkt an die Stadtmauer angrenzenden Grundstücke über die Pläne informiert. Für detaillierte Erläuterungen stand ihnen Karsten Gebhardt vom beauftragten Planungs- und Ingenieurbüro zur Verfügung. Darüber hinaus nahmen neben Bürgermeister Andreas Dittmann und Astrid Klausnitzer ebenfalls die Sachbearbeiterinnen der Bereiche Hochbau und Liegenschaften an der Zusammenkunft teil. Gemeinsam stellten sie das angedachte Projekt vor, das sich über einen längeren Zeitraum erstrecken und weit ins kommende Jahr reichen wird.

"Derzeit wird die öffentliche Ausschreibung vorbereitet", erklärt Astrid Klausnitzer. Der Beginn der Maßnahme ist momentan für den 24. November angedacht. "In diesem Jahr wird voraussichtlich lediglich die Errichtung der Sicherungshilfskonstruktion zur Durchführung der Arbeiten umgesetzt werden", blickt sie voraus. Die eigentliche Sicherung und Instandsetzung des Stadtmauerbereichs erfolgt dann gemäß der festgelegten Ausführungsfrist bis 31. August 2015.

Hauptsächliches Ziel ist es, die sich neigende Mauer zu stabilisieren. "Dazu werden Stützpfeiler errichtet", erklärt Astrid Klausnitzer. Solche existieren in diesem Abschnitt bislang überhaupt nicht. Darüber hinaus ist vorgesehen, die Mauerkrone soweit wie notwendig instand zu setzen, lose Steine zu entfernen und fehlende zu ersetzen sowie das aus Ziegel-, Feld- und Bruchsteinen bestehende Mauerwerk neu zu verfugen.

Die Höhe der Investitionssumme begründet sich zudem darin, dass auf den privaten Grundstücken zunächst einmal Baufreiheit geschaffen werden muss, wie die Amtsleiterin darlegt. Sie erzählt unter anderem von notwendigen Durchbrüchen, um die Maßnahme zu realisieren.