Mehr als 40 Gästeführer waren am Sonnabend in Zerbst zu Gast. Das Treffen fand zum ersten Mal in der Zerbst statt und dient dem Austausch der Touristen-Führer untereinander, soll aber auch die anhaltische Region besser bekannt machen.

Zerbst l Stadtführer griffe zu kurz, erklärte Andreas Janßen Leiter der Arbeitsstelle "Kirche und Tourismus" bei der evangelischen Landeskirche und einer der Organisatoren des Gästeführertreffens. "Es führen ja nicht alle durch Städte. Es gibt auch Landschaftsführer und Kirchenführer", betonte er. Deshalb sei Gästeführer für die Gesamtheit die richtige Bezeichung. Die Anhaltischen werden zweimal im Jahr zu einem Treffen eingeladen. Am Sonnabend fand dieses in Zerbst statt. Mehr als 40 Gästeführer waren gekommen. Ein guter Schnitt, fand Janßen und bekam von den Mitorganisatoren Maren Springer-Hoffmann von der Anhaltischen Landschaft und Viola Tiepelmann, Leiterin des Tourismus-Büros in Zerbst, Recht. Mehr als einhundert Einladungen werden halbjährlich an die bestellten, zum größte Teil ehrenamtlich agierenden, Personen verschickt. "Die Zahl ist seit dem ersten Mal relativ stabil", berichtete Janßen.

Das erste Treffen habe es 2012 geben. "`Anhalt 800` war der Anlass", sagte Janßen weiter. Die Idee sei, dass die Gästeführer über ihr Spezialwissen hinaus die Region kennen und auch Empfehlungen geben können. "Es geht auch darum, Anhalt ganzheitlich zu vertreten. Diese Region ist einmalig auf der Welt. Deswegen sind wir immer an wechselnden Orten. Damit wir möglichst viel sehen", fügte er an.

Das Kennenlernen des Ortes sei der zweite Teil es Gästeführer-Treffens, sagte Maren Springer-Hoffmann. Der erste bestehe aus einem theoretischen Teil, welchen die Ausrichterstadt organisiert. In diesem Fall hat Viola Tiepelmann das für die Stadt erledigt.

In der Stadthalle hielten Tatyana Nindl, Heinz-Jürgen Friedrich, Uta Heinicke, Barbara Lüder und Viola Tiepelmann selbst jeweils Vorträge. Es ging um Katharina II, die Reformation, "weil sie uns ja alle mit dem Jubiläum 2017 betrifft", wie es die Tourismusbüro-Leiterin sagte und auch um Cranach, den Jüngeren. Ein Gemälde aus seiner Hand hängt nämlich in der Sankt Bartolomäi-Kirche in Zerbst.

Für sie sei es nicht besonders aufregend, dass die Gruppe, die sie durch das Schloss führte, aus Gästeführern bestehe, sagte Jana Reifarth, Zerbster Gästeführerin. "Ich kenne das Thema ja, deswegen gehe ich selbstbewusst heran." Die Kollegen seien ein sehr aufmerksames Publikum. Die eine oder andere Formulierung schaue man sich schon ab, gab eine der Teilnehmerinnen nach der Schlossführung zu. Der Bad Harzburger Manfred Seifert sagte: "Es ist mein zweites Treffen dieser Art. Es ist toll. Ich bin hierher gekommen, weil ich gerade in dieser Gegend viel zu selten gewesen war." Den Austausch finde er klasse und wichtig.

Dagmar Richter, Zerbster Gästeführerin, ist seit Ende der 1990er Jahre ehrenamtliche Führerin. Sie begrüßte die Treffen ebenfalls. Schließlich gehe es dabei viel um Inhaltliches, was sie sehr interessiere.

Aus diesem Interesse an der Geschichte heraus sei sie schließlich auch Gästeführerin geworden. "Alles drum herum interessiert mich aber auch. Deswegen ist der Austausch gut", fügte die 76-jährige an. Der Ort für das Frühjahrstreffen wird noch gesucht.