Zerbst l "Es war unser 67. Konzert in diesem Jahr", erklärt Rita Hartobanu. Verwunderung: 67? In diesem Jahr? Die Harfenlehrerin, die an den Musikschulen in Zerbst und in Coswig insgesamt 13 Schüler zwischen sieben und 15 Jahren sowie eine erwachsene Schülerin an diesem faszinierenden Instrument ausbildet, erläutert, dass sich beide Schulen bei Auftritten gegenseitig unterstützen und dass ihre Schüler in verschieden gebildeten Ensembles konzertieren. Dabei seien auch einige Soloauftritte. Die Präsenz der Zerbst-Coswiger Harfenisten ist durch zahlreiche Preise und insbesondere als Sieger beim Bundesausscheid "Jugend musiziert" in den vergangenen beiden Jahren sehr gestiegen.

Im einstündigen und gut besuchten Konzert am Sonnabendnachmittag im Saal der Zerbster Musikschule präsentierten sieben der Hartobanu-Eleven einen abwechslungsreichen Querschnitt ihres Könnens. Als Gesamtensemble eröffneten die sechs Mädchen und ein Junge das Konzert mit "Triptic Dance" von Pierre Beauchant, das Rita Hartobanu so arrangiert hat, dass die erst seit April Übenden und auch jene, die schon fünf Jahre dabei sind, miteinander musizieren können.

Noch zweimal konnten die Gäste im Verlauf des Konzertes Ensemblevorträge in verschiedenen Besetzungen erleben. Die insgesamt 17 Programmpunkte und eine Zugabe wurden weiterhin in Quartetten, Duetten und Soli präsentiert.

Zu den anspruchsvollen Soli gehörten Stücke, die vorzüglich von Emely Guth ("Barcarolle" von Bernard Galais), Leon Hoppe ("Pour Raphaele" von Serge Jean Lancen), Emily Hoppe ("Pistache" von Bernard Andres) und Klara Rohrer ("The Adieu to his Native Land" von John Thomas) zu Gehör gebracht wurden.

Eine weitere reizvolle Klangfarbe erhielt das Konzert durch die Flötistinnen Michelle Schneider (Querflöte) und Pauline Sitz (Blockflöte), die an der Zerbster Musikschule bei Daniela Apostol Unterricht erhalten. Sie wurden bei ihrem Spiel jeweils von Klara Rohrer auf der Harfe begleitet. "Wir werden auch künftig hin und wieder andere Instrumentalisten zum gemeinsamen Muszieren auf Konzerten einladen", schaut Rita Hartobanu voraus.

Neben der Präsentation des in wöchentlichen Proben Eingeübten in der Öffentlichkeit bot das Harfenkonzert eine gute Möglichkeit, den "Verein der Freunde und Förderer der Musikschule" bei der Anschaffung einer Konzertharfe zu unterstützen, die dann der Musikschule für die Ausbildung und für Konzerte zur Verfügung gestellt wird. "Da unsere Konzerte stets eintrittsfrei sind, baten wir auch diesmal unsere Gäste um eine Spende eben für diese Harfe", erklärt Vereinsvorsitzender Dr. Stephan Riemschneider. Die Harfe koste etwa 14 000 Euro, werde dem gewachsenen Leistungsniveau dank sehr guten Ausbildung und großer Unterstützung der Eltern gut gerecht und biete weitere Ausbildungsmöglichkeiten, so der Vereinsvorsitzende.

In diesem Zusammenhang informierte Rita Hartobanu, dass sie gern weitere Schüler für das Erlernen des Harfenspiels begrüßen würde. Günstiger Einstieg sei ein Alter von sieben bis acht Jahren. "Aber auch Erwachsene können beginnen, wie es in unserer Musikschule schon erfolgreich praktiziert wird", fügt sie an.

Die unmittelbare Zählung des gespendeten Geldes nach Konzertende ergab die bemerkenswert große Summe von 560 Euro. "Wir freuen uns sehr über diese großzügige Unterstützung", bedankt sich Stephan Riemschneider und ergänzt: "Da kommen wir der Harfen-Anschaffung ein gutes Stück näher." Auf dem Konzert war auch zu erfahren, dass Musikschulleiter Rainer Gräßler das Geldgeschenk seiner Lehrerkollegen anlässlich seines jüngsten Geburtstages ebenfalls der "Harfenkasse zuführte".

Wenn alles klappt, so Stephan Riemschneider, "können die Gäste des Weihnachtskonzertes der Musikschule am 6. Dezember um 17 Uhr hier im Saal, diese neue Harfe klingen hören".