Auf dem Heidetorfriedhof sollte eine Gemeinschaftsanlage für Erdbestattungen eingerichtet werden. Dieser Anregung von Silke Hövelmann (SPD) folgte der Haupt- und Finanzausschuss. Nun soll der Antrag in die neue Satzung eingearbeitet und dem Zerbster Stadtrat zum Beschluss vorgelegt werden.

Zerbst l Bislang existieren auf dem Heidetorfriedhof nur Gemeinschaftsanlagen für Urnenbeisetzungen - völlig anonym oder mit Namennennung. Silke Hövelmann (SPD) regte vorgestern im Haupt- und Finanzausschuss an, so etwas ebenfalls für Erdbestattungen einzurichten. Anlass für ihren Vorstoß war die Auseinandersetzung mit der überarbeiteten Friedhofssatzung. "Wir sollten da mehr Freiraum bieten", fand sie.

"Der Bedarf ist nicht da", erklärte Ute Schilling vom Grünflächenamt der Stadt. Die Anzahl der Erdbestattungen sei zu gering, erläuterte sie, dass sich die Freihaltung eines solchen Grabfeldes kaum lohnen würde. "Entsprechende Nachfrage gab es bis jetzt auch nicht", informierte sie. Zugleich verwies sie auf die Möglichkeit, die Ruhestätte - neben einer Wahlgrabstätte besteht die Alternative eines Reihengrabes - in Pflege zu geben. Darüber hinaus kann der Verstorbene in einem Sarg unter einem Baum beerdigt werden. Diese Varianten würden Angehörige davon entbinden, sich regelmäßig um das Grab zu kümmern - denn nicht jeder wohnt vor Ort oder hat die Zeit dazu.

Grundsätzlich ist eine Gemeinschaftsanlage für Erdbestattungen jedoch realisierbar, wie Ute Schilling ausführte. "Der Platz wäre vorhanden." Mit Blick auf die ebenfalls neu zu beschließende Gebührensatzung gab sie allerdings zu bedenken, dass sich die Einrichtung eines solchen Feldes auf die Kostenkalkulation für 2015 bis 2017 auswirken würde.

In Anbetracht dessen und aufgrund der Tatsache, dass momentan kein Bedarf vorhanden sei, unterbreitete Detlef Schrickel (SPD) einen Kompromiss: Die Gemeinschaftsanlage für Erdbestattungen erst in der nächsten Kalkulationsrunde einzuarbeiten.

"Die Entscheidung ist schwierig", meinte Steffen Grey (FDP). Er bezog sich auf die finanziellen Folgen, die die Einrichtung dieser weiteren Bestattungsmöglichkeit mit sich bringen würde. Das Inkrafttreten der Gebührensatzung könnte verschoben werden, erklärte Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD). Er schlug vor, den Stadtrat über den Antrag von Silke Hövelmann entscheiden zu lassen. Sollte er dort befürwortet werden, wären beide Satzungen anzupassen - die Friedhofssatzung und die Gebührensatzung. Gleichzeitig stieß er damit eine Diskussion über das weitere formelle Vorgehen an.

"Jetzt über eine Satzung abzustimmen, zu der später noch ein Antrag hinzukommt, halte ich für unsinnig", sagte Nicole Ifferth (UWZ). Wenn, dann sollten sie die Friedhofssatzung zurückstellen. "Der Ausschuss ist vorberatendes Gremium. Und wir haben den Änderungsantrag hier bei uns und darüber ist abzustimmen", erklärte Steffen Grey. Unterdessen fand Ulrich Weimeister (CDU), dass sie über die vorliegende Satzung abstimmen sollten, um erst einmal eine rechtliche Grundlage zu haben. Der Änderungsantrag könnte noch im Stadtrat gestellt werden.

Die kurze Debatte mündete schließlich darin, dass Andreas Dittmann den Änderungsantrag von Silke Hövelmann zur Abstimmung stellte. Bei drei Enthaltungen votierten die übrigen neun Ausschussmitglieder dafür, die Friedhofssatzung inhaltlich um Gemeinschaftsanlagen für Erdbestattungen zu erweitern und die Paragraphen entsprechend zu ändern. "Das kommt so in den Stadtrat und die Kalkulation ist anzupassen", konstatierte der Bürgermeister. Die Gebührensatzung wurde aus diesem Grund am Montagabend von der Tagesordnung der Ausschusssitzung genommen.