Zerbst l Ein "Park für regenerative Energien" ist die Vision der Mitarbeiter der Magdeburger Firma Getec. Die Firma errichtet auf dem ehemaligen Militärflugplatz demnächst zehn Windenergieanlagen. Ein Solarpark mit zigtausend Photovoltaik-Flächen liefert auf dem Areal 46 Megawatt Leistung an Strom, eine Biogasanlage generiert Gas, welches in das Erdgasnetz eingespeist wird.

Drei nachhaltige Energie-Gewinnungsanlagen an einer Stelle, das gebe es sonst nirgendwo. Auch deshalb soll der Park zur touristischen Attraktion werden. Und dafür räumen die Magdeburger viel Platz ein. 60 000 Quadratmeter umfasst die Freifläche, welche Stück für Stück zu einem lehrreichen Aufenthaltsort werden soll. Gestern vereinbarte Chris Döring, Vorstandsvorsitzender der "Getec green energy", mit Hans-Henning Messer, Schulleiter des Gymnasiums Francisceum in Zerbst, Bürgermeister Andreas Dittmann und Marion Brademann vom "VHS Bildungswerk" Zerbst eine Vereinbarung, welche die Eckpunkte für die gemeinsame Entwicklung des Projektes festhält. "Das Projekt soll die geschichtliche Entwicklung des Flugplatzes darstellen, über regenerative Energien informieren und ein fester Bestandteil der Radtouristik werden", sagte der Vorstandsvorsitzende Döring.

Dafür wollen die Gestalter auf dem Areal die "Bäume des Jahres" pflanzen. "Die Initiative `Baum des Jahres` gibt es ja schon seit 1990. Wir pflanzen also auch nach", sagte Döring gestern, als Vertreter aller beteiligten Institutionen zum Anlass der Vereinbarung einen Wacholder, Baum des Jahres 2002, pflanzten. Daneben wird eine Tafel Wissenswertes über den Baum berichten, etwas über die Ereignisse auf dem ehemaligen Militärflughafen, aus dem Bereich der regenerativen Energien und aus der Weltgeschichte aus 2002 zeigen. Für die Ausgestaltung sind die Schüler des Francisceums zuständig.

"Seit vielen Jahren haben wir einen engen Kontakt zur Firma Getec", sagte Schulleiter Hans-Henning Messer. Bei dem Projekt sind vor allem die Schüler der Wirtschaftsklassen aber auch der Geschichtskurse eingebunden. "Gerade Geschichtsunterricht sollte lebendig gestaltet werden. Das geht mit dem lokalen Bezug zum Militärflugplatz sehr gut", sagte der Lehrer. Die Schilder seien dabei nur die Essenz der Arbeit, welche die Schüler leisten.

"Der Weg dorthin und die Auseinandersetzung mit dem Stoff kann auch mit Noten bewertet werden", erklärte er über die Einbindung der Aktion in den Schulunterricht.

Die Mitarbeiter des VHS-Bildungswerkes übernehmen praktische Aufgaben des Projektes. So kümmern sie sich um die Pflege der gepflanzten Bäume und die Rasenflächen. Andreas Dittmann (SPD) begrüßte die Initiative und sicherte die Unterstützung der Stadt für das Vorhaben zu. Neben dem Lehrpfad der Jahresbäume sollen in den alten Flugzeughangars Räume für Ausstellungen entstehen, welche die Geschichte des Flugplatzes aber auch der Grünen Energie zeigen. "Darüber hinaus können die Räume für Veranstaltungen genutzt werden, wie Unterrichtsstunden für Schüler", sagte Döring.

"Weiterhin werden ein Kräutergarten, ein Insektenhotel und ein Naturlehr- und Erlebnispfad sowie ein Spielplatz entstehen", fügte er an. Ziel ist es, dass sich Menschen in dem Energiepark erholen und informieren können. Damit sie sich auch stärken können, haben die Magdeburger einen massiven Grill gebaut, auf dem gestern die ersten Würstchen gegrillt wurden.