Immer mehr Menschen leiden unter Burnout oder Mobbing. Auch Angststörungen sind verbreitet. Seit fast einem Jahr können sich Betroffene in Zerbst in einer Selbsthilfegruppe austauschen. Geleitet wird diese von Kathleen Lachmann.

Zerbst l Im Schnitt sind es zehn Frauen und Männer verschiedenen Alters aus Zerbst, die sich jeden Montag um 18.30 Uhr treffen. Sie leiden hauptsächlich unter Angststörungen und Depressionen. Zunehmend spielen auch Burnout und Mobbing eine Rolle. In der von Kathleen Lachmann geleiteten Selbsthilfegruppe finden sie eine Anlaufstelle, um sich mit anderen Betroffenen auszutauschen.

"Oft begegnet ihnen in ihrem persönlichen Umfeld Unverständnis", weiß die psychologische Beraterin. Aus dem Grund rief sie die Gruppe im Dezember 2013 ins Leben. Seither hat sich ein fester Kern an Teilnehmern gefunden. Vereinzelt stoßen neuen Gesichter hinzu. Denn es braucht Überwindung, sich seine psychische Erkrankung einzugestehen und Hilfe zu suchen. Das ist eine Hemmschwelle, die erst einmal überwunden werden muss, weiß Kathleen Lachmann. Deshalb bittet sie jeden, der sich der Selbsthilfegruppe anschließen möchte, zunächst mit ihr Kontakt aufzunehmen.

Die zweistündigen Treffen beginnen stets mit einer Anfangsrunde. "Dort erzählt jeder, wie seine vergangene Woche war, was er erlebte, ihn beschäftigte. Manchmal bleiben wir auch bei einem hängen", erzählt Kathleen Lachmann, dass dies ganz unterschiedlich ist. Manchmal bietet sie auch therapeutisches Malen an. "Beispielsweise sollen die Teilnehmer dann die Märchenfigur malen, mit der sie sich am meisten identifizieren." Das Ergebnis sage einiges über die jeweilige Person aus. "Da kann man viele Schlussfolgerungen ziehen." Das beginne bei der ausgewählten Figur, über die verwendeten Farben bis hin zur genutzten Technik, wie die psychologische Beraterin erläutert.

Erst im Juni dieses Jahres hat sie sich mit einer Beratungspraxis selbstständig gemacht. Kathleen Lachmann versteht sich vor allem als Ansprechpartnerin für jene Menschen, die auf den Beginn einer ambulanten oder stationären Therapie warten. "Da hängen die meisten in der Luft", berichtet sie von den häufig langen Wartezeiten. Diese Betroffenen möchte sie auffangen, ihnen vorübergehend Halt geben. "Viele sind froh, wenn einfach mal jemand da ist, der ihnen zuhört."

"Ich bin auch Suchtberaterin", führt Kathleen Lachmann aus. "Und ich mache MPU-Coaching". Dahinter verbirgt sich die Vorbereitung auf die verkehrspsychologische Prüfung beim umgangssprachlichen "Idiotentest". Spezialisiert hat sie sich da auf Alkoholdelikte.

Ihre Beratungen sind individuell. Das bringt das Berufsbild mit sich. "Ich bin allerdings keine Psychologin", betont Kathleen Lachmann. Das hat finanzielle Auswirkungen. Ihre Leistungen kann sie nicht über die Krankenkassen abrechnen. Das heißt, jeder, der sie in Anspruch nimmt, muss die Kosten allein tragen. Die Selbsthilfegruppe ist davon ausgenommen. Dieses Angebot ist kostenlos.

Kathleen Lachmann ist telefonisch unter (0170) 325 19 64 zu erreichen.