Sie sind die ersten, die in ein brennendes Haus vordringen: die Atemgeräteträger der Feuerwehr. Neben der körperlichen Tauglichkeit setzt das die entsprechende Qualifizierung voraus. Kameraden aus der Einheitsgemeinde Zerbst absolvieren derzeit ihre Kreisausbildung.

Zerbst/Bitterfeld l 13 Kameraden der Ortsfeuerwehren Zerbst, Nutha, Steckby, Güterglück und Reuden absolvieren momentan eine Atemgeräteträgerausbildung. Zwischen 19 und 48 Jahren sind die Frauen und Männer alt, die sich in ihrer Freizeit qualifizieren. Über vier Wochenenden - immer freitagabends und sonnabends - erstreckt sich der von Stephan Jacob geleitete Kreislehrgang. Drei Ausbilder unterstützen ihn bei der Vermittlung des theoretischen Wissens und der praktischen Anforderungen.

Den Höhepunkt bildet stets der Besuch des Brandübungscontainers auf dem Gelände der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Bitterfeld. Bis zu 680 Grad Celsius herrschen im Inneren des Behälters, der den Kameraden einigen Respekt abverlangt. "Manche von uns hatten Angst, aber die Ausbilder haben uns motiviert und unterstützt", sagt die Zerbsterin Nancy Brandt.

Wie die anderen schlüpft die junge Frau - eine von insgesamt dreien - in die schwere Montur, um den Container zu betreten. Gut 30 Kilo wiegt die gesamte Ausrüstung einschließlich der Pressluftflaschen. Das enorme Gewicht stellt die Kameraden neben den hohen Temperaturen vor eine nicht unerhebliche körperliche Belastung. Hinzu kommt die starken Rauchentwicklung, die die Frauen und Männer zwingt, bei null Sicht zu agieren.

Dieses Gewöhnungstraining bildet einen Aspekt beim Absolvieren des Brandübungscontainers. Zugleich erleben die Atemgeräteträger, wie lange die Atemluft in ihren beiden Flaschen reicht - maximal 30 Minuten. Außerdem lernen sie, den "Rauch zu lesen", das heißt, die verschiedenen Stadien eines Feuers zu erkennen.

Im Container wird ein so genannter Flashover simuliert. Diese Rauchgasentzündung ist ein Ereignis der Neuzeit und der modernen Bauweise mit ihren dichten Fenstern und Türen geschuldet. Was den Energie- und Wärmeverlust reduzieren soll, hat den Nachteil, dass auch keine Sauerstoffzufuhr erfolgt. Sobald dann die Tür eines brennenden Hauses geöffnet wird, bekommen die Flammen Nahrung und das Feuer zündet innerhalb von Sekundenbruchteilen schlagartig durch. Unterdessen sorgen Pyrolysegase für zauberhafte "Feuerengel", diese im Raum schwebenden Flammen sind faszinierend anzusehen, aber extrem gefährlich und tödlich.

Lehrgang endet mit Überprüfung des Wissens

Innerhalb des Brandübungscontainers werden die Kameraden mit diesen Situationen konfrontiert, die im realen Leben weit vor Alarmierung der Feuerwehr geschehen. Gemeinsam gehen sie in den langgestreckten Behälter. Beidseitig knien sich die Frauen und Männer hintereinander hin, während sich jeweils einernach vorn auf die Flammen zubewegt. Gelöscht wird nicht, stattdessen trainieren die Kameraden Strahlrohrtechniken.

Neben einem schriftlichen Test müssen sich die Teilnehmer ebenfalls einer praktischen Prüfung stellen. Ob alle bestanden haben, wird sich schließlich am 7. November zeigen, wenn der Kreislehrgang endet.

 

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