Die Kameraden der Ortsfeuerwehr Zerbst rückten ins Flämingwanderheim nach Grimme aus. Schon traditionell führten sie dort kürzlich ihr alljährliches Ausbildungslager durch.

Grimme l 35 Kameraden ließen sich die konzentrierte Schulung in Grimme nicht entgehen. "Das Ausbildungslager wird immer gern angenommen", freut sich Ortswehrleiter Steffen Schneider. Gemeinsam werden dort Techniken und Fertigkeiten geübt, für die der wöchentliche eineinhalbstündige Dienst freitags nicht ausreicht.

Zum einen galt es, Saugleitungen zu kuppeln, um Löschwasser von einem offenen Gewässer über eine lange Wegestrecke zum Brandherd zu befördern. "Im Stadtgebiet sind wir recht verwöhnt mit Hydranten", erklärt Steffen Schneider. Im Umland ist die Situation mitunter eine andere und für einen Einsatz dort wollen die Zerbster vorbereitet sein. Das beinhaltete ebenfalls die Konfrontation mit gewissen Hindernissen. So mussten die Frauen und Männer zur Simulierung eines Gefälles die Saugleitung an den Hubsteiger ankoppeln. "Das ist ein utopisches Szenario", bemerkt der Ortswehrleiter. "Aber hier haben wir Zeit, auch mal Dinge auszuprobieren und uns von der Standardausbildung weg zu bewegen."

Eine weitere Herausforderung stellte die Einrichtung einer Schlauchbrückenüberführung mit einfachen Feuerwehrgerätschaften dar. Aus Steckleitern und Seilen bauten die Kameraden eine Konstruktion, unter der ein Lkw hätte drunter durchfahren können, wie der Praxistest mit dem Löschfahrzeug bewies. Auch die Schlauchbrücke funktionierte tadellos.

Der dritte Schwerpunkt lag auf der technischen Hilfeleistung (TH). Konkret ging es dabei um die patientengerechte Rettung einer eingeklemmten Person aus einem verunfallten Pkw. "Dazu haben wir einen lebensschweren Dummy eingesetzt und das Auto aufs Dach gedreht", erzählt Steffen Schneider, und berichte, wie das Fahrzeug von den Blauröcken mittels hydraulischen Schere samt Spreizer sorgsam zerlegt wurde.

Zwei Gruppenführer, die derzeit ihre TH-Ausbildung absolvieren, brachten neue Erkenntnisse ein. Denn neben der Auffrischung und Vertiefung von Einsatztechniken sollten die Frauen und Männer Gelegenheit erhalten, ihre Kenntnisse zu erweitern. So griff das Saugleitungskuppeln einen Aspekt der Truppmannausbildung auf. Dazu gehörte ebenfalls, dass jene Kameraden einmal die Knickleiter des Hubsteigers bis zum Korb in 30 Metern Höhe hochstiegen, um ein Gefühl dafür zu bekommen.

Mit einem geselligen Grillen klang der lehrreiche Tag schließlich gemütlich aus.

 

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