Was ist beim Notfall eines Kindes zu tun? Wichtige Regeln und Sofortmaßnahmen lernten Eltern jetzt bei einem Erste- Hilfe-Kurs der AOK.

Zerbst l "Man muss ruhig bleiben, auch wenn`s schwer fällt", erklärt Elias Becker. "Als Elternteil ist man der erste und oft einzige Helfer, wenn dem Nachwuchs etwas passiert", weiß der Rettungsassistent. Er leitet den Erste-Hilfe-Kurs, den die AOK-Gesundheitskasse jetzt erstmals in Zerbst angeboten hat. Kompakt, in drei Stunden vermittelt der Familienvater wichtige Regeln und Sofortmaßnahmen für häufig auftretende Notfallsituationen.

"Es ist wichtig, so etwas zu wissen. Und ich hoffe, dass ich es auch anwenden kann", sagt Tobias Gommlich und denkt dabei an seinen fast zweijährigen Sohn. Sina Mücke ist aus dem gleichen Beweggrund da. Sie hat eine fünf Monate alte Tochter, der glücklicherweise noch nichts Schlimmes passiert ist. Falls es doch einmal dazu kommen sollte, möchte die junge Frau vorbereitet sein. So gehören die beiden Zerbster zu den insgesamt 19 Teilnehmern des Kurses. Dieser richtet sich vor allem an baldige und frisch gebackene Eltern, an Schwangere und Kita-Mitarbeiter. "Sie sollen einen Notfall einmal gedanklich durchspielen, so dass sie im Ernstfall nicht ohnmächtig davorstehen", sagt Elias Becker.

Regelmäßig führt der Rettungsassistent solche Erste-Hilfe-Kurse in ganz Sachsen-Anhalt durch. Verständlich und anschaulich vermittelt er den Müttern, Vätern und Erziehern verschiedene Handlungsalgorithmen. Zwei Puppen - eine entspricht einem Baby, eine einem etwa fünfjährigen Kind - dienen ihn zur Demonstration. An ihnen zeigt er, wie beim Nachwuchs eine Herz-Druck-Massage oder eine Beatmung anzuwenden ist.

Zum Auftakt nimmt Elias Becker den Anwesenden eine Angst: "Kindernotfälle kommen recht selten bei medizinischen Notfällen vor." Welche das im Einzelnen sein können, erfahren die Kursteilnehmer im folgenden Vortrag. Anhand von Grafiken und Folien tauchen sie in die verschiedenen akuten Situationen ein. "Kinder sind prädestiniert für Verbrennungen und Verbrühungen", weiß der Rettungsassistent. Rasch wird da mal neugierig nach der heißen Tasse Tee gegriffen und schon ist es passiert. Knochenbrüche und ein unsanfter Fall auf den Kopf in einem unachtsamen Moment sind ebenfalls schnell geschehen. "Auch allergische Reaktionen können lebensbedrohlich sein", empfiehlt er, die entsprechende Symptomatik zu verinnerlichen. In einem Haushalt gibt es zudem viele Mittel, die Vergiftungen auslösen können, wie Elias Becker darlegt. Auch Fieberkrämpfe, Bewusstlosigkeit und Stromunfälle thematisiert er, gibt Tipps zum Vorbeugen und Ratschläge zur Ersten Hilfe.

Nicht unerwähnt bleibt der plötzliche Kindstod. "Die genaue Ursache ist immer noch unklar", schildert der Rettungsassistent, dass auf 10 000 Geburten drei bis vier Todesfälle kommen. "Es betrifft Kinder im ersten Lebensjahr." Sie ersticken. Weshalb, das ist, wie gesagt, bislang nicht endgültig erforscht. "Atempausen bis zu 20 Sekunden sind bei Babys normal."

Elias Becker erzählt von der schwachen Atemmuskulatur des Babys und von Vorbeugemaßnahmen, die nachweislich die Todesrate verringert haben. Dazu gehört, den Nachwuchs auf den Rücken zu legen und keine Kissen oder Decken ins Bettchen zu tun. Aufmerksam lauschen die Anwesenden seinen Ausführungen und machen sich Notizen, um für den Notfall gewappnet zu sein.