Auf dem Heidetorfriedhof in Zerbst wird neben den schon bestehenden Urnenfeldern jetzt ebenfalls eine Gemeinschaftsanlage für Erdbegräbnisse eingerichtet. Der Stadtrat folgte mit seiner Entscheidung mehrheitlich dem Vorschlag von Silke Hövelmann (SPD).

Zerbst l Die anstehende Änderung der Satzung für den Heidetorfriedhof hatte Silke Hövelmannn (SPD) für einen Vorschlag genutzt. Sie regte im Zerbster Hauptausschuss an - analog zu den bereits bestehenden Urnenfeldern - ebenfalls eine "Grüne Wiese" für Erdbestattungen anzulegen. Das Gremium folgte der Idee mehrheitlich. So gelangte diese jetzt in den Stadtrat, der über die Friedhofssatzung abzustimmen hatte. Den Kommunalpolitikern lag eine entsprechende Anpassung der Beschlussvorlage sowie den damit einhergehenden Auswirkungen auf die Gebührenkalkulation vor.

Demnach soll eine mit Hecken und Bäumen umgrenzte etwa 100 Quadratmeter große schon vorhandene Rasenfläche für eine Erdgemeinschaftsgrabanlage eingerichtet werden. Eine Investition ist nicht erforderlich. Der Platz reicht für sieben Reihengräber und ist bei Bedarf erweiterbar, wie Ute Schilling - sie ist in der Stadtverwaltung für die Grünflächen zuständig - in der schriftlichen Erläuterung des Sachverhalts darlegt. Darin heißt es, dass die Bestattung anonym erfolgen kann. Auf Wunsch ist jedoch auch eine namentliche Kennzeichnung möglich. Das Ablegen von Grabschmuck wie Gestecken, Grablichtern oder Porzellanfiguren ist nur auf der dafür vorgesehenen Fläche erlaubt.

Die Pflege der Rasenfläche wird vom Friedhof übernommen. Der Aufwand wird pro Grabstelle mit 800 Euro angesetzt. Dieser Berechnung liegen eine zwanzigjährige Ruhezeit und eine Pflegepauschale von 40 Euro pro Jahr zu Grunde. Die Gebühr für eine solche Erdbestattung liegt bei insgesamt 1227 Euro.

Zwar kostet es wie erwähnt nichts, diese "Grüne Wiese" für Erdbestattungen zu schaffen. Ihre Pflege allerdings wirkt sich als Bestandteil der Friedhofsunterhaltung auf die gesamte Gebührensatzung aus. Denn diese Unterhaltungskosten bilden die Grundlage für die Kalkulation der Gebühren aller anderen Grabarten. Die Änderungen fallen minimal aus, liegen zwischen ein bis drei Euro. So erhöht sich beispielsweise die Gebühr für ein anonymes Urnengrab von 628 auf 629 Euro, bei einer Wahlgrabstätte für Sargbestattungen von 1129 auf 1132 Euro.

Zu Diskussionen zum Vorschlag von Silke Hövelmann kam es im Stadtrat nicht. Einzig Hans Ulrich Müller meldete sich zu Wort. "Man kann Menschen mit zu vielen Optionen auch überfordern", begründete er, weshalb seine Fraktion - die Unabhängige Wählergemeinschaft Zerbst (UWZ) - den Antrag ablehnen werde. Er bezog sich mit seiner Aussage auf die verschiedenen Bestattungsformen, die bereits jetzt auf dem Heidetorfriedhof möglich sind. Das Spektrum reicht von Reihengräbern über Wahlgräbern bis hin zu Baumgrabstätten, wobei Erdbestattungen genauso möglich sind wie Urnengräber und das wie gesagt anonym oder mit einzelnen Lebensdaten.

Letztlich stimmte der Stadtrat mehrheitlich für die Einrichtung einer Erdgemeinschaftsgrabanlage und damit die entsprechende Änderung der Friedhofssatzung.